Ist der Klimawandel wirklich (so) schlimm?

Behauptung: „Der Klimawandel ist nicht so schlimm“

"Zwei Jahrtausende Menschheitsgeschichte zeigen, dass Warmzeiten gut waren für die Menschen und Phasen kühlen Klimas große Hungersnöte und Epidemien brachten."

Fakt ist: Etwaige positive Folgen des Klimawandels werden von den negativen mehr als ausgeglichen

Antwort: 

Eine große Zahl von Studien hat ergeben, dass die Erderwärmung vielfältige negative Auswirkungen auf Landwirtschaft, Ökonomie, Gesundheit und Umwelt haben wird. Diese überwiegen in der Gesamtschau etwaige positive Seiten des Klimawandels bei weitem.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass die meisten Auswirkungen des Klimawandels nur geringen oder gar keinen Nutzen haben werden – während andererseits große Schäden und beträchtliche Kosten drohen.

 

LANDWIRTSCHAFT

Natürlich ist Kohlendioxid wichtig für das Pflanzenwachstum, deshalb hat ein höherer CO2-Gehalt der Atmosphäre einen gewissen Düngeeffekt. Doch die Landwirtschaft ist stark abhängig von anderen Faktoren, etwa einer gleichmäßigen Wasserzufuhr - genau diese aber wird in manchen Regionen durch den Klimawandel, durch vermehrte Überflutungen und Dürren erheblich gestört werden. Daneben führt mehr Kohlendioxid in der Atmosphäre auch dazu, dass beispielsweise bei Getreide die Qualität der Ernte sinkt. Behauptungen, Gebiete in höheren Breiten z. B. Sibirien – würden durch die globale Erwärmung produktiver, sind zweifelhaft. Der Boden in der Arktis und in angrenzenden Gebieten ist nämlich sehr nährstoffarm; und die Menge an Sonnenlicht, die den Boden im Sommer erreicht und die wichtig ist für das Pflanzenwachstum, wird sich infolge des Klimawandels nicht ändern, weil sie durch die Neigung der Erdachse bedingt ist.

Weitere negative Folgen der Erderwärmung sind das vermehrte Auftreten von Waldbränden oder Krankheitserregern. Auch für die Tierhaltung sind Beeinträchtigungen zu erwarten, etwa durch Veränderungen bei den Weideflächen und dem verfügbaren Wasser. Der Klimawandel kann in vielen Regionen zu einer Gefahr für die Nahrungsversorgung werden, warnt der IPCC in seinem Fünften Sachstandsbericht (AR5, Band 2, SPM, Kap.A-1), und sein Fazit ist klar:

"Wie eine Vielzahl von Studien ... zeigt, sind negative Folgen des Klimawandels für die Ernteerträge verbreiteter als positive."

Auf der Basis von Modellrechnungen kam eine Studie im Medizin-Journal The Lancet zu dem Ergebnis, dass durch die verschlechterte Nahrungsmittelversorgung infolge des Klimawandels bis 2050 weltweit mit rund 500.000 zusätzlichen Todesfällen gerechnet werden müsse, am stärksten betroffen seien China und Indien (Springmann et al. 2016).

 

GESUNDHEIT

Wenn im Zuge der Erderwärmung die Zahl von extrem kalten Tagen zurückgeht, dürfte auch die Zahl der Kältetöte sinken, vor allem in nördlichen Breiten. Doch im Gegenzug droht durch heißere Sommer eine steigende Zahl von Hitzetoten. Und deren Zunahme wird wahrscheinlich stärker ausfallen als der Rückgang der Kältetöten. Darüberhinaus wird infolge des Klimawandels mit einer weiteren Ausbreitung von Insekten gerechnet, die Krankheiten übertragen. Malaria und Dengue-Fieber dürften deshalb in Europa häufiger werden. Auch für Durchfallerkrankungen oder Allergien wird eine Zunahme erwartet.

Eine Kommission der renommierten Fachzeitschrift The Lancet legte 2015 eine umfassende Untersuchung der vielfältigen und weitreichenden Folgen der Erderwärmung auf die öffentliche Gesundheit vor. Der Klimawandel stelle "ein unakzeptabel hohes und potenziell katastrophales Risiko für die menschliche Gesundheit" dar, Klimaschutz sei daher "die größte Chance für die globlae Gesundheitsversorgung im 21. Jahrhundert".

 

UMWELT

Sicherlich wird der Klimawandel auch einige positive Auswirkungen auf die Umwelt haben, etwa ein verstärktes Pflanzenwachstum am Amazonas oder eine zunehmende Vegetation in nördlichen Breiten. Doch zahlreiche Studien belegen, welche negativen Folgen drohen: Waldsterben und häufigere Brände, die Zunahme sauerstoffarmer Meeresgebiete, Verunreinigung oder Erschöpfung von Frischwasser, weitverbreitetes Absterben der Vegetation durch Dürren, erhöhtes Risiko für das Absterben von Korallen, Abnahme des globalen Photoplanktons, Veränderungen beim Wanderverhalten von Vögeln und anderen Tieren, Veränderungen bei den Jahreszeiten, Unterbrechung von Nahrungsketten und der Verlust von Arten.

Auch wenn es schwer ist, das Risiko von Artensterben exakt zu beziffern, warnt der IPCC in seinem Fünften Sachstandsbericht ausdrücklich (AR5, Band 2, Kapitel 4, Executive Summary):

"Es ist sehr sicher, dass der im 21. Jahrhundert und darüber hinaus zu erwartende Klimawandel dazu führt, dass ein großer Teil der Arten an Land und im Süßwasser mit einem erhöhten Aussterberisiko konfrontiert ist – vor allem, wegen des Zusammenspiels von Klimawandel und anderen Gefahren für die Artenvielfalt ... Je größer das Ausmaß und das Tempo des Klimawandels, desto größer das Risiko."

Wenn Arten aussterben oder Ökosysteme zusammenbrechen, ist das übrigens nicht nur eine Angelegenheit der Natur. Auch der Mensch profitiert auf vielerlei Weise von Tieren und Pflanzen und den von ihnen erbrachten, sogenannten "Ökosystem-Dienstleistungen" (etwa die Blütenbestäubung bei Nutzpflanzen durch Bienen oder die Bindung von CO2 durch Wälder). Ein Verlust an Artenvielfalt kann deshalb auch für die Menschheit weitreichende Folgen haben.

 

VERSAUERUNG DER OZEANE

Weil die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre steigt, nehmen die Ozeane mehr davon auf, der pH-Wert des Meerwassers sinkt. Diese Versauerung stellt laut IPCC (AR5, Band 2, SPM, Kap.B-2) ein "erhebliches Risiko" für Meeresökosysteme dar, etwa für Korallenriffe. Die Auswirkungen auf Kleinlebenwesen dürften starke destabilisierende Auswirkungen auf die gesamte Nahrungskette im Meer haben und damit letztlich auch auf die Fischereierträge.

 

TAUEN DER ARKTIS

Zwar brächte die Öffnung eisfreier Schifffahrtsrouten in der Arktis kommerzielle Vorteile (kürzere Wege für Handelsschiffe zwischen Europa und Asien) und einen einfacheren Zugang zu Energie- und Mineralvorkommen. Doch diese müssen gegen die negativen Auswirkungen des Klimawandels abgewogen werden, etwa der Verlust an Lebensraum für lokale Tierarten (wie den Eisbären) oder auch eine Zunahme an beweglichen Eishindernissen für die Schifffahrt.

Zudem verstärkt die Arktisschmelze selbst die Erderwärmung: Die mit ihr verbundene Albedoänderung der Erdoberfläche (offener Ozean reflektiert weniger Sonne als helle Eis- und Schneedecke) führt zu einer weiteren Erwärmung des Wassers was wiederum die Schmelze beschleunigt. Experten sprechen hier von einem "positiven Feedback" ("verstärkende Rückkopplung"). Ähnlich wirkt die Erwärmung der arktischen Tundra: Dort wird Methan frei, ein sehr starkes Treibhausgas, was die Erderwärmung ebenfalls weiter beschleunigt.

 

GLETSCHERSCHMELZE

Die Auswirkungen des weltweiten Gletscherschwunds sind überwiegend negativ. Viele Millionen Menschen (ein Sechstel der Weltbevölkerung) sind vom Frischwasser abhängig, das von der natürlichen Schneeschmelze im Frühjahr stammt, und diese Wasserquelle – für Trinkwasser und die Landwirtschaft – könnte versiegen. Außerdem trägt das Schmelzen der Gletscher zum Anstieg der Meeresspiegel bei.

 

ANSTIEG DER MEERESSPIEGEL

Viele Regionen der Erde sind tiefgelegen, und hier ballen sich Bevölkerung und Infrastrukturen besonders. Schon ein relativ geringer Anstieg der Meeresspiegel kann in diesen Gegenden schwerwiegende Auswirkungen haben: Sturmfluten richten stärkere Schäden an, zerstören Siedlungen, Straßen, Bahnlinien. Äcker werden von Salzwasser überflutet, grundwasserführende Schichten verunreinigt. Vorsorgemaßnahmen, etwa Dämme, erfordern hohe Investitionen. Die Tourismuswirtschaft ist durch die Erosion von Stränden bedroht.

Die Folgen anschwellender Meeresspiegel werden regional sehr unterschiedlich ausfallen, stellt der IPCC in seinem Fünften Sachstandsbericht fest und warnt (AR5, Synthesebericht, Kap.2.3.1):

"Für einige tiefgelegene Entwicklungsländer und kleine Inselstaaten wird erwartet, dass sie mit sehr starken Auswirkungen konfrontiert sein werden mit Schäden und Anpassungskosten in Höhe von mehreren Prozentpunkten des Bruttoinlandsprodukts."

 

WIRTSCHAFT

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels sind eines der umstrittensten Forschungsthemen – denn das Beziffern und Bewerten ökonomischer Folgen in der Zukunft ist sehr stark von den jeweils getroffenen Annahmen abhängig. Die meisten Untersuchungen erwarten zahlreiche negative Folgen und nur sehr wenige positive Auswirkungen. Der Stern-Report im Auftrag der britischen Regierung machte das generelle Muster der ökonomischen Notlage deutlich: Selbst wenn die genauen Zahlen in Zweifel gezogen werden, wären die Kosten des Klimawandels sehr viel höher als die Kosten, ihn zu verhindern. 

Sicherlich bringt die Erderwärmung auch positive Folgen für einige Weltregionen (etwa Nordeuropa oder Russland) und Branchen (für Erdgasunternehmen werden neue Lagerstätten in der Arktis zugänglich). Dem stehen aber schwerwiegende negative Auswirkungen an anderer Stelle gegenüber: Störungen im Welthandel, beim Transport, der Energieversorgung, der Versicherungsbranche, auf Finanz- und Arbeitsmärkten usw. In seinem Fünften Sachstandsbericht stellte der IPCC fest (AR5, Synthesebericht, SPM2-3):

"Die Folgen des Klimawandels dürften das Wirtschaftswachstum bremsen und den Kampf gegen die Armut erschweren, die Sicherheit der Nahrungsmittelversorgung weiter unterminieren, bestehende Armutsfallen verschärfen und neue schaffen ... Es wird damit gerechnet, dass der Klimawandel mehr Menschen zu Flüchtlingen macht [und] indirekt das Risiko gewaltsamer Konflikte erhöht, weil er wohlbekannte Auslöser solcher Konflikte wie Armut oder wirtschaftliche Verwerferungen verschärft."

Es gilt wissenschaftlich weitestgehend als gesichert, dass die Nachteile des Klimawandels vor allem die Länder treffen werden, die am wenigsten in der Lage sind, sich sozial oder wirtschaftlich darauf einzustellen.

G. P. Wayne/klimafakten.de, August 2010;
zuletzt aktualisiert: März 2016

Dies ist eine Übersicht positiver und negativer Auswirkungen einiger Aspekte der Erderwärmung: Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass die meisten Folgen des Klimawandels nur geringen oder gar keinen Nutzen haben werden – während andererseits große Schäden und beträchtliche Kosten drohen.

positiv

negativ

LANDWIRTSCHAFT

 

•  in einigen Regionen in höheren Breitengraden verbesserte Bedingungen für die Landwirtschaft (Mendelsohn et al. 2006, Jaggard et al. 2007, Chen et al. 2010, Supit et al. 2010, Gregory/Marshall 2012)

• insbesondere bei stärkeren Temperaturanstiegen und in niedrigen Breiten deutliche Ernteeinbußen infolge des Klimawandels (Rosenzweig et al. 2014)

• bei starker Erwärmung (mehr als 4 °C) negative Folgen auch in höheren Breiten, zum Beispiel Finnland (Rötter et al. 2011)

• ab einer bestimmten Schwelle sind Temperaturspitzen schädlich oder gar tödlich für Pflanzen, etwa Mais, Soja oder Weizen; zum Beispiel für die USA, Australien oder Indien werden deshalb erhebliche Ernteeinbußen erwartet (Lobell et al. 2012, Schlenker/Roberts 2009, Ummenhofer et al. 2015, Xu et al. 2016)

• Abnahme der Erträge im Reisanbau infolge höherer Nachttemperaturen (Peng et al. 2004, Wassmann et al. 2009) sowie Verschlechterung der Reisqualität (Okada et al. 2011)

• weltweite Zunahme des Bewässerungsbedarfs, bis 2080 je nach Stärke der Erderwärmung zwischen +7 Prozent und +21 Prozent; Überforderung der Wasservorkommen in vielen Regionen (Wada et al. 2013)

• teilweise bessere Ernten durch höheren CO2-Gehalt in der Atmosphäre (McGrath/Lobell 2011, Marin et al. 2013)

• niedrigere Getreidequalität (geringerer Eiweißgehalt) bei höheren CO2-Werten (Taub et al. 2008, Ainsworth/McGrath 2009, Högy et al. 2009, DaMatta et al. 2010, Erbs et al. 2010)

• Unkräuter gedeihen bei höheren CO2-Werten besser (Ziska 2010), die Wirksamkeit von Pestiziden geht zurück (Manea et al. 2011)

• wahrscheinlich bessere Maniok-Ernten, z.B. in Afrika (El-Sharkawy 2012, Jarvis et al. 2012, Rosenthal/Ort 2012)

• Ernteeinbußen in Afrika und Südasien um durchschnittlich acht Prozent bis 2050, beispielweise bei Weizen, Mais und Hirse (Knox et al. 2012)

• Rückgang der Baumwollernten, etwa in Israel (Haim et al. 2008)

• im Nahen Osten drohen bei zahlreichen wichtigen Nutzpflanzen, beispielsweise Oliven, Pistazien oder Äpfeln Ertragsrückgänge infolge zu hoher Wintertemperaturen (Verner 2012)

• Zunahme von Flächenbränden im Westen der USA (Westerling 2006)

• stärkere Ausbreitung von Pflanzenkrankheiten (Bergot et al. 2004, Evans et al. 2008, Paulson et al. 2009)

• möglicherweise bessere Bedingungen für Weinbau in Portugal (Santos et al. 2011), British Columbia, Kanada (Rayne et al. 2011); Verbesserung der Anbaubedingungen in Richtung der Pole (Jones et al. 2005)

• Verschlechterung der Anbaubedingungen in den meisten der heutigen Weinbauregionen, etwa in Australien, Europa oder den USA (Jones et al. 2005, Hall/Jones 2009, White et al. 2009, Cozzolino et al. 2010)

• bessere Bedingungen für den Kaffeeanbau in einigen Gegenden, etwa im Hochland von Guatemala (Läderach et al. 2010)

• deutlich schlechtere Bedingungen für den Kaffeeanbau in Costa Rica, El Salvador, Mexico und Nicaragua (Gay et al. 2006, Glenn et al. 2013); insgesamt wird sich in Mittelamerika die Fläche, die sich für den Kaffeeanbau eignet, bis 2050 deutlich verkleinern (Läderach et al. 2010)

• stärkere Verbreitung von Schädlingen der Kaffeepflanzen, zum Beispiel in Brasilien (Ghini et al. 2008)

• Verschlechterung der Anbaubedingungen für Tee in Sri Lanka (Wijeratne et al. 2007)

 

• für die Viehzucht sind höhere Temperaturen grundsätzlich ein Problem, etwa für die Schweinehaltung (Renaudeau et al. 2011)

• Futterunsicherheit in der nordamerikanischen Viehbranche trotz verlängerter Vegetationsperiode der Futterpflanzen, weil eine sinkende Qualität erwartet wird (Craine et al. 2010)

• Kühe geben bei Hitzestress weniger Milch (André et al. 2011), daher werden beispielsweise für Großbritannien bis 2080 deutliche Verluste in der Milchbranche prognostiziert (Wall et al. 2010)

• Ausbreitung von Krankheiten wie des Rifttalfiebers oder der Blauzungenkrankheit in Europa (Lancelot et al. 2008, Rocque et al. 2008, Guis et al. 2012)

• schwerwiegende Folgen auch für die Fischerei, Verschiebung von Fischvorkommen, wichtige Arten wie den pazifischen Lachs können bei einer Erwärmung schnell an die Grenzen ihrer Anpassungsfähigkeit stoßen (Muñoz et al. 2014)

GESUNDHEIT

• etwas weniger Wintertote, wenn die Temperaturen steigen (Kinney et al. 2012, Ebi/Mills 2013), zum Beispiel in Großbritannien (HPA 2007, Hajat et al. 2014)

 

• deutlich mehr Hitzetote, wenn die Temperaturen steigen; diese Zunahme dürfte den Rückgang von Wintertoten mehr als ausgleichen (Ebi/Mills 2013Hajat et al. 2014, Honda et al. 2013, Huang et al. 2012, Kinney et al. 2012, Kinney et al. 2015, Medina-Ramón/Schwartz 2007)

• die Belastung beispielsweise der US-Bevölkerung durch Hitzeextreme könnte auf das Vier- bis Sechsfache steigen (Jones et al. 2015)

• bei ungebremsten Treibhausgasemissionen könnte die Erwärmung in etlichen Regionen Ausmaße erreichen, die die Anpassungsfähigkeit des Menschen übersteigen (Sherwood/Huber 2010)

• allein in Europa könnte die Zahl der Todesopfer durch Wetterextreme wie Hitzewellen, Überschwemmungen, Waldbrände oder Stürme bis Ende des Jahrhunderts um den Faktor 50 zunehmen auf dann rund 150.000 pro Jahr (Forzieri et al. 2017)

• weil es in Teilen Afrikas zu warm für bestimmte Schnecken wird, die als Zwischenwirte für Bilharziose dienen, könnte diese Krankheit dort seltener werden (Stensgaard et al. 2013)

• deutliche Zunahme von Durchfallerkrankungen in den Tropen und Subtropen (Kolstad/Johansson 2011)

• Ausbreitung von durch Moskitos übertragenen Krankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber, unter anderem in Europa (Bouzid et al. 2014, Epstein et al. 1998, van Kleef et al. 2010)

• häufigeres Auftreten von Allergien durch Zunahme allergener Pollen (Rogers 2006, Beggs 2010)

• Zunahme von Gesundheitsschäden durch Luftschadstoffe wie bodennahes Ozon oder Feinstaub (Bell et al. 2007, Jackson et al. 2010, Tagaris et al. 2009, Thompson et al. 2012, West et al. 2013), für Kinder in New York beispielsweise wird bis 2030 eine Zunahme von Asthma durch Sommersmog um gut sieben Prozent erwartet (Sheffield et al. 2011)

UMWELT

 

• stärkeres Waldwachstum, allerdings sollte der Düngeeffekt durch zusätzliches CO2 in der Atmosphäre nicht überschätzt werden, Ausdehnung der Waldflächen in Richtung der Pole (Kirilenko/Sedjo 2007, McMahon et al. 2010)

• stärkere Vegetation in hohen nördlichen Breitengraden, etwa der arktischen Tundra (Klady et al. 2010, Zhou et al. 2001)

• besseres Pflanzenwachstum, vor allem im Amazonas, infolge vermehrter Sonneneinstrahlung bedingt durch weniger Regenwolken (Nemani 2003, Saleska et al. 2009)

• geringeres Waldwachstum infolge von Wasserknappheit, unter anderem in ohnehin trockenen und warmen Gegenden, etwa im Westen oder Südwesten der USA (van Mantgem et al. 2009, Sitch et al. 2008, Williams et al. 2009)

• verstärktes Kiefernsterben und höhere Anfälligkeit für Waldbrände durch Massenvermehrungen des Borkenkäfers (Kurz et al. 2008)

• Verlängerung der Waldbrandsaison in weiten Teilen der Welt (Jolly et al. 2015, Bowman et al. 2017), zum Beispiel in Australien (Clarke et al. 2012)

• schwerwiegenderes und großflächigeres Absterben von Vegetation durch wärmere Dürren (Breshears eet al. 2009)

• Regenwälder setzen Kohlendioxid frei, wenn die Regionen trockener werden (Malhi et al. 2009, Saleska et al. 2009)

• die CO2-Aufnahmefähigkeit der Wälder wird bis Ende des Jahrhunderts den meisten Modellen zufolge durch höhere Temperaturen, Trockenheit und Brände sinken (Bowman et al. 2009, Sitch et al. 2008)

• obwohl ingesamt die Niederschläge zunehmen, wird für die Regionen nördlich und südlich des Äquators eine Ausbreitung der Wüsten erwartet (Lu et al. 2009, Mitas/Clement 2005, Seidel et al. 2008, Zhou et al. 2011)

• die Zunahme von Wärme und Trockenheit wird in Wüsten noch schneller vor sich gehen als in anderen Regionen, was die Anpassungsfähigkeit dort noch lebender Arten übersteigen dürfte (Lapola et al. 2009, Stahlschmidt et al. 2011)

• in der globalen Bilanz vermindertes Biomasse-Wachstum – Abnahme des von Pflanzen gebundenen Kohlendioxids (Zhao/Running 2010)

• mehr Plankton-Biomasse im subtropischen Wirbel des Nordpazifik (Corno et al. 2006)

• weltweit Abnahme der Phytoplankton-Masse (Boyce et al. 2010)

• sauerstoffarme Bereiche in den Weltmeeren nehmen zu (Stramma et al. 2008, Shaffer et al. 2009)

• Absterben von Korallenriffen (Frieler et al. 2013, Hoegh-Guldberg et al. 2007, Manzello 2010)

• Muschelsterben an der kalifornischen Küste (Harley et al. 2008, Smith et al. 2006)

• Bestandszunahme bei Zügel- und Eselspinguinen auf der Westantarktischen Halbinsel (Ducklow et al. 2006)

• Bestandsabnahme bei Adeliepinguinen auf der Westantarktischen Halbinsel (Ducklow et al. 2006)

• drastischer Rückgang des weltweiten Eisbärenbestands (Amstrup et al. 2007, Amstrup et al. 2009, Fischbach et al. 2007, Schliebe et al. 2008, USGS 2015)

• Zunahme der Körpergröße bei Murmeltieren (Ozgul et al. 2010)

• Rückgang von Eidechsen-Populationen (Sinervo et al. 2010)

• Aussterben des Europäischen Landegels (Kutschera et al. 2007)

• Bedrohung von Wasserlebewesen in Neuseeland, beispielsweise Wirbellosen in Flüssen oder Fischen, insbesondere der Familie der Lachsfische (Ryan 2007)

• insgesamt große Gefahren für die Artenvielfalt - bei ungebremsten Treibhausgasemissionen wird bis 2080 für über die Hälfte der Tier- und über ein Drittel der Pflanzenarten der jeweilige Lebensraum um mehr als die Hälfte schrumpfen (Warren et al. 2013)

• ein Sechstel der weltweiten Arten gilt als vom Aussterben bedroht, als besonders stark betroffen gelten Südamerika, Australien und Neuseeland (Urban 2015)

VERSAUERUNG DER OZEANE
(diese ist kein Resultat höherer Temperaturen, sondern der vermehrten CO2-Aufnahme durch die Weltmeere)

 

• die Aufnahme von Kohlendioxid durch die Ozeane (als Folge der erhöhten Konzentration in der Atmosphäre) bremst die künftige Erderwärmung (Orr et al. 2005)

• stärkeres Wachstum u.a. von Seegras, Makroalgen, Mangroven, Korallen oder Weichtiere durch CO2-Düngeeffekt (Hemminga/Duarte 2000, McKee et al. 2012, Rodolfo-Metalpa et al. 2011, Wu et al. 2008)

• der sinkende pH-Werts des Ozeanwassers hat schwerwiegende negative Auswirkungen auf marine Ökosysteme (Barry et al. 2011, Fabry et al. 2008, Kroeker et al. 2010, Kroeker et al. 2013, Orr et al. 2005)

• höhere Sterblichkeit von Seegras durch den gleichzeitigen Anstieg der Wassertemperaturen und von kalkbildenden Organismen durch die Ozeanversauerung (Alexandre et al. 2012, Jordá et al. 2012, Rodolfo-Metalpa et al. 2011)

• Beeinträchtigung des Planktonwachstums durch die Ozeanversauerung, Unterbrechung des Kohlenstoffkreislaufs (Turley et al. 2005, Dutkiewicz et al. 2015)

• Zunahme der Sterblichkeitsrate bei Seeigeln (Miles et al. 2007)

• Bedrohung von Fisch-Populationen (Munday et al. 2010)

• Absterben von Korallenriffen (Carpenter et al. 2008, Dove et al. 2013, Frieler et al. 2013, Hoegh-Guldberg et al. 2007, Logan et al. 2014, Tribollet et al. 2009, Veron et al. 2009)

TAUEN DER ARKTIS

• verbesserter Zugang zu Bodenschätzen und bessere Schiffbarkeit des Polarmeers; beispielsweise sorgt eine eisfreie Nordwest-Passage für eine Abkürzung der Schifffahrtsroute zwischen Pazifik und Atlantik (Khon et al. 2009, Peters et al. 2011, Stephenson et al. 2011, Stroeve et al. 2008)

 

• Ausbeutung von Bodenschätzen und stärkerer Schiffsverkehr haben erhebliche Schadstoffemissionen zur Folge und erfordern Küsteninfrastrukturen, durch deren Aufbau wiederum Ökosysteme geschädigt werden - die Hauptsaison für menschliche Aktivitäten fällt zusammen mit den Hauptreproduktionszeiten von Fischen und Säugetieren (Meschtyb et al. 2005, Østreng 2006, Peters et al. 2011)

• zugleich dürften die wirtschaftlichen Vorteile der kürzeren Handelswege eher gering ausfallen (Bensassi et al. 2016)

• Eisstraßen auf zugefrorenen Seen, die ökonomisch wichtig sind, vor allem für die Bergbauindustrie, werden nur noch eingeschränkt nutzbar sein (Mullan et al. 2016)

• Produktivitätssteigerungen in der Land- und Forstwirtschaft nordischer Länder, beispielsweise Island (Björnsson et al. 2011)

• Bedrohung der bisherigen Lebensweise und Einkommensmöglichkeiten vieler Bewohner der Arktis (Arctic Council 2013, Eira et al. 2012, Ford 2009, Ford et al. 2007, Hovelsrud et al. 2011, Larsen et al. 2010)

• drastischer Rückgang des weltweiten Eisbärenbestands (Amstrup et al. 2007, Amstrup et al. 2009, Fischbach et al. 2007, Schliebe et al. 2008, USGS 2015)

• Bedrohung der Lebensgrundlagen arktischer Seevögel (Gaston et al. 2009, Grémillet/Boulinier 2009)

• Verlust produktiver Ökosysteme, etwa in der Tundra (Björk/Molau 2007)

• Austrocknung arktischer Teiche mit darauffolgender Schädigung von Ökosystemen (Smol 2007)

• brüchigeres Arktis-Eis, gefährlichere Eisschollen und mobilere Eisberge, was eine zunehmende Gefahr für die Schifffahrt bedeutet (IICWG 2009, Stewart et al. 2007Wilson et al. 2004)

Infolge der Erderwärmung wird in arktischen Regionen Methan freigesetzt, was die Erderwärmung dann weiter verstärkt; Folgendes wurde bereits beobachtet:

• Auftauen arktischer Seen, wodurch Methanblasen aufsteigen (Walter 2007)

• Entweichen von Methan aus den Sedimenten des Ostsibirischen Schelfmeeres (Shakhova 2008)

• Freiwerden von Methan auf dem Meeresgrund entlang des Kontinentalrandes vor Westspitzbergen (Westbrook 2009)

Insgesamt wird die Arktis infolge des Klimawandels zu einer Quelle von Treibhausgasen (in der Vergangenheit hatte sie durch verschiedene biogeochemische Prozesse Treibhausgase aus der Atmosphäre gebunden), die Erwärmung der Arktis und das Tauen des Permafrosts stellen also eine verstärkende Rückkopplung dar, d.h. sie beschleunigen ihrerseits die weitere Erderwärmung (Maslin et al. 2009, O'Connor et al. 2010, Schaefer et al. 2011, Schuur et al. 2008, Schuur et al. 2009)

GLETSCHERSCHMELZE

 

• schwerwiegende Auswirkungen auf mindestens 60 Millionen Menschen, deren Wasserversorgung von Gletscherwasser abhängt (Barnett et al. 2005, Immerzeel et al. 2010)

• Verlust von Artenvielfalt in den Flüssen, die aus Gletschern gespeist werden (Finn et al. 2013, Jacobsen et al. 2012, Muhlfeld et al. 2011)

• Böden trocknen aus, Bergwälder sterben oder brennen häufiger ab, beispielsweise im Westen der USA (Brusca et al. 2013, Pederson et al. 2009, van Mantgem et al. 2009, Westerling et al. 2006, Williams et al. 2012)

• Beitrag zum Ansteigen der Meeresspiegel (Pfeffer et al. 2008, Vermeer/Rahmstorf 2009)

MEERESSPIEGELANSTIEG

 

 

• Küstenüberschwemmung und -erosion, Versalzung von Böden und Grundwasser (McGranahan 2007, McLeod et al. 2011, Nicholls et al. 2010, Nicholls/Cazenave 2010, Tebaldi et al. 2010)

• Überschwemmung von Ackerflächen, beispielsweise in Bangladesh (Rahman et al. 2013) oder auf den Fidschi-Inseln (Lata/Nunn 2011)

• schwerere Zerstörungen bei Sturmfluten in Siedlungen und an Infrastruktureinrichtungen wie Bahnstrecken, Straßen, Häfen, Kraftwerken oder Versorgungsleitungen (Aerts et al. 2013, Esteban et al. 2010, Hanson et al. 2011, Hunt/Watkiss 2011, IPCC 2012, Wilby et al. 2011); bis 2050 wird die Zahl der Menschen, die von Jahrhundertfluten bedroht sind, auf 350 Millionen weltweit steigen, am stärksten betroffen sind Asien und das Sub-Sahara-Afrika (Jongman et al. 2012)

• möglicherweise Ausbreitung von Krankheiten, beispielsweise solcher, die durch Insekten übertragen werden (Ramasamy/Surendram 2011, Vineis et al. 2011)

• Bedrohung zahlreicher Tourismus-Ziele, ein Anstieg der Meeresspiegel um einen Meter würde beispielsweise in der Karibik 21 Flughäfen sowie 29 bis 60 Prozent der Resorts beschädigen oder zerstören (Scott et al. 2012, Simpson et al. 2010)

WIRTSCHAFT

• eine Erwärmung um etwa 2 °C brächte für einige Länder und Regionen wirtschaftliche Vorteile, etwa für Russland, China oder Nordeuropa (Bosello et al. 2012

 

• weltweit betrachtet führt bereits eine relativ moderate Erwärmung um etwa 2 °C zu wirtschaftlichen Verlusten, negativ betroffen sind beispielsweise Süd- und Osteuropa, vor allem aber wenig entwickelte Regionen wie Süd- und Südostasien oder Afrika (Bosello et al. 2012, Mendelsohn et al. 2006)

• eine Erwärmung um mehr als 4 °C brächte weltweit erhebliche Verluste von etwa 4,6 Prozent der Wirtschaftsleistung, am härtesten würden wiederum die weniger entwickelten Staaten getroffen (Roson/van der Mensbrugghe 2012)

• für die EU wird ein Anstieg der durchschnittlichen jährlichen Schäden allein durch Überschwemmungen von 6,4 Mrd. Euro auf 14-21,5 Mrd. Euro bis Ende des Jahrhunderts erwartet, bei ungebremsten Treibhausgasemissionen könnten die Schäden durch Fluten in Großbritannien bis 2080 fast das 15-Fache betragen (ABI 2005, Feyen et al. 2012)

• zunehmendes Risiko bewaffneter Konflikte (Zhang 2007), beispielsweise größere Wahrscheinlichkeit von Bürgerkriegen in Afrika (Burke 2009)

mehr zur wirtschaftlichen Gesamtbilanz des Klimawandels finden Sie hier

Auswirkungen in einzelnen Sektoren, etwa der Energiewirtschaft:

 

• erheblich größere Fördermöglichkeiten für die Erdgas- und Erdölindustrie, nördlich des Polarkreises werden 30 Prozent der bisher unentdeckten weltweiten Vorkommen an Gas und 13 Prozent der Erdölvorkommen vermutet (Gautier et al. 2009, Harsem et al. 2011)

 

• erheblich größere Risiken für Förder-, Transport- und Verarbeitungsanlagen der Öl- und Gasbranche durch Extremwetter (z.B. Wirbelstürme) und andere Klimaveränderungen (Cruz/Krausmann 2013), vermehrte Schäden etwa an Pipelines durch tauenden Untergrund, stärkere Niederschläge, höhere Temperaturen, Erdrutsche etc. (Sweeney et al. 2005, URS 2010), eingeschränkte Nutzbarkeit wichtiger Straßen über zugefrorene Seen, z.B. in Nordkanada (Mullan et al. 2016)

• eine höhere Umgebungstemperatur verringert den Wirkungsgrad konventioneller thermischer Kraftwerke, z.B. Kohle oder Erdgas (IEA 2010)

• vielerorts werden Flüsse, aus denen thermische Kraftwerke Kühlwasser entnehmen, mindestens zeitweise weniger oder wärmeres Wasser führen, es drohen Kraftwerksdrosselungen oder -abschaltungen, (Ott/Richter 2008, Hoffmann et al. 2010, IEA 2012, Sieber 2013), in Europa könnte dadurch die Kapazität dieser Kraftwerke im Sommer um bis zu 19 Prozent sinken (Flörke et al. 2012, van Vliet et al. 2012, Behrens et al. 2017)

• eine Untersuchung von weltweit fast 26.000 Wasserkraft- und thermischen Kraftwerken ergab, dass zur Mitte des Jahrhunderts bei 61-86 Prozent der Anlagen mit Kapazitätseinschränkungen zu rechnen ist (van Vliet et al. 2016)

• Rückgang des Heizenergieverbrauchs, besonders in kühleren Gegenden, beispielsweise Nordeuropa oder der Norden der USA (Mideksa/Kallbekken 2010)

• Zunahme des Energieverbrauchs für Kühl- und Klimaanlagen vor allem im Sommer; unterm Strich dürfte der Kühlbedarf stärker zunehmen als der Heizbedarf sinkt, allein in den USA wird bei einer Erwärmung um 5 °C bis 2100 ein Anstieg der Ausgaben für Energie um 57 Mrd. $ pro Jahr erwartet (Hayhoe et al. 2010, Mansur et al. 2007, Mideksa/Kallbekken 2010, Radhi 2009)

• Stromnetze müssen ausgebaut werden, höheres Risiko von Stromausfällen bei sommerlichen Hitzewellen (Mirasgedis et al. 2007)

Transportsektor:

• Rückgang des Arktis-Meereises öffnet neue Schifffahrtswege, Kostensenkungen beispielsweise bei  den Verbindungen von Westeuropa nach Fernost um bis zu 15 Prozent (Khon et al. 2009, Lemmen/Warren 2004, NRC 2008, Stephenson et al. 2011)

 

• niedrigere und unstetere Wasserstände, etwa auf dem Rhein, behindern die Binnen-Schifffahrt und führen zu erheblichen ökonomischen Verlusten (Koetse/Rietveld 2009, Krekt et al. 2011, Middelkoop et al. 2001)

• Straßenbeläge weichen bei hohen Temperaturen auf, unbefestigte Straßen sind sehr verwundbar durch Starkregen, in polaren Regionen destabilisiert das Tauen des Permafrosts Straßenuntergründe (Chinowsky/Arndt 2012, Furgal/Prowse 2008Lavin 2003, Mills/Andrey 2003, NRC 2008)

• Kosten von vielen Milliarden Dollar durch Schäden an der öffentlichen Infrastruktur allein in Alaska (Larsen et al. 2007, Larsen et al. 2008)

• Schäden an Eisenbahnlinien durch stärkere Niederschläge, Sturm, Überschwemmungen, Anstieg der Meeresspiegel, bei Extremtemperaturen Gleisverwerfungen (Dobney et al. 2008, Koetse/Rietveld 2009Nemry/Demirel 2012, Palin et al. 2013)

• höhere Temperaturen und Überschwemmungen beeinträchtigen auch U-Bahnen in Städten bzw. erhöhen Energieverbrauch und Kosten fürs Kühlen (Hunt/Watkiss 2011)

• mehr Verspätungen und Ausfälle im Flugverkehr durch Extremwetterereignisse; weil wärmere Luft dünner ist, kann in Sommermonaten insbesondere an hochgelegenen Airports eine Reduzierung des Transportgewichts der Flugzeuge nötig werden, wenn nicht die Rollbahnen verlängert werden (Gusmao 2010, NRC 2008Pejovic et al. 2009)

   

Tourismusindustrie:

• mehr Gäste in kühleren Regionen, etwa in höheren Breiten oder größerer Höhe, beispielsweise dürften Touristenziele in Nordeuropa und Norddeutschland profitieren (Hamilton/Tol 2007)

 

• Verluste in warmen Ländern, Rückgang der Touristenzahlen in tropischen Küstenregionen, am stärksten beispielsweise in kleinen Inselstaaten (Hamilton/Tol 2007, Moreno/Amelung 2009, Perch-Nielsen 2010)

• Risiken für den Küstentourismus und seine Infrastrukturen durch Extremwetter wie Wirbelstürme, Anstieg der Meeresspiegel, Erosion von Stränden usw. (IPCC 2012Phillips/Jones 2006, Scott et al. 2008)

• Anstieg der Schneefallgrenzen, weniger schneesichere Wintersportorte als bisher (Dawson et al. 2009, Hendrikx et al. 2012, Hendrikx et al. 2013, Steger et al. 2012)

Eine Reihe von Zusammenfassungen über die Folgen des Klimawandels für weitere Branchen und Sektoren finden Sie hier   

G. P. Wayne/klimafakten.de, August 2010;
zuletzt aktualisiert: August 2017