Seit der IPCC 2013/14 seinen Fünften Sachstandsberichts (AR5) vorlegte, gab es intensive Debatten um seine künftige Arbeit: Unter anderem wurde die schwere Lesbarkeit der Berichte kritisiert. Medien ebenso wie zahlreiche Wissenschaftler unterbreiteten deshalb Reformvorschläge, unter anderem wurden mehr kurze Berichte mit speziellem Fokus gefordert. Diese Woche nun tagte in Nairobi die Vollversammlung der IPCC-Mitgliedsstaaten, das höchste Gremium der Organisation, um den Arbeitsplan für die nächsten Jahre festzulegen. Ein Teil der Kritik wurde offenbar berücksichtigt, wie aus einem Bericht des Online-Magazins BusinessGreen.com hervorgeht. So sind in den nächsten drei Jahren gleich drei Spezialreports zu Einzelfragen geplant - bevor zwischen 2020 und 2022 wieder ein großer mehrteiliger Sachstandsbericht (AR6) erscheinen soll.

Als erstes soll bis 2018 ein Sonderreport zur Frage erarbeitet werden, ob und wie die Erderwärmung noch auf 1,5 °C begrenzt werden kann - einen solchen hatte der letzte Klimagipfel in Paris gebeten. Ein weiterer Spezialbericht soll sich mit den Folgen des Klimawandels für Ozeane und die Kryosphäre (also die Eiskappen der Erde) befassen, ein dritter Sonderreport Aspekte wie Landnutzung, Ausbreitung von Wüsten und Sicherheit der Nahrungsmittelproduktion beleuchten. Vorschläge, auch einen Spezialreport mit Fokus auf Städte zu erarbeiten, setzten sich nicht durch - dieses Thema soll stattdessen, wie der IPCC mitteilte, besondere Beachtung im AR6 finden.

Das Plenum beschloss außerdem einige Veränderungen bei der Öffentlichkeitsarbeit. Beispielsweise sollen, wie CarbonBrief berichtet, künftig Kommunikationsspezialisten von Anfang an in die Erarbeitung der IPCC-Berichte einbezogen werden, um deren Lesbarkeit zu verbessern.

tst