Kontaktbeschränkungen, Home Office und Social Distancing – Zeit für große Fragen!

Die Corona-Pandemie wirbelt derzeit das Leben von Milliarden Menschen durcheinander. Eine der einschneidendsten Veränderungen betrifft unsere alltägliche Routinen: Viele können derzeit überhaupt nicht mehr ihrer Arbeit nachgehen, andere sind im Home-Office, und für so gut wie alle Menschen in Europa gilt derzeit: zu Hause bleiben!

Zu Hause bleiben und lesen? Jedenfalls sind wir aktuell mit vielen "großen" Fragen konfrontiert, die nicht nur in der Corona-Krise relevant sind – sondern die gewissermaßen alte Bekannte der Klimakrise sind:

  • Wie umgehen mit der Flut an Falschinformationen und Verschwörungsmythen, die jetzt über uns hereinbricht?
  • Was muss man wissen darüber, wie Wissenschaft funktioniert? Woran erkennt man seriöse, faktenbasierte Informationen?
  • Wie schafft man und wie erhält man die Aufmerksamkeit für ein existenzielles Thema, das durch noch akutere Krisen von der Tagesordnung verdrängt wird – und bei dem vielleicht gerade jetzt wichtige Weichenstellungen anstehen?

Weil wir als klimafakten.de-Redaktion schon eine ganze Weile an Fragen wie diesen arbeiten, sind wir mal in den Keller hinabgestiegen. Und jede_r von uns hat für Sie aus dem Archiv die für uns wichtigsten, besten, gehaltvollsten Lesestücke hierzu mitgebracht. Denn für viele unter uns gilt: Viel Zeit zum Lesen und zum Nachdenken haben wir jetzt ja!


Toralf Staud empfiehlt:

1. Wenn Sie nur einen einzigen Artikel auf klimafakten.de lesen dürften

Warum unser Gehirn darauf programmiert ist, den Klimawandel zu ignorieren

George Marshall, der Gründer des britischen ThinkTanks ClimateOutreach, taucht mit seinem Buch Don't even think about it tief ein in die Psychologie der Klimakommunikation – und hat zahlreiche einleuchtende Ratschläge für Praktiker parat

Lohnt sich zu lesen, weil ... dieses Buch ein echter Klassiker der Klimakommunikation ist (und der Text Kernpunkte daraus zusammenfasst).

 

2. Dieser Text hat mich zum Nachdenken gebracht

"Liebe Klimaforscher, was fühlen Sie?"

Diese einfache Frage stellt der australische Wissenschaftskommunikator Joe Duggan an eine Reihe von Forschern. Die eindrucksvollen Antwortbriefe veröffentlicht er auf seiner Internetseite - und schafft so einen neuartigen Zugang zu Klimawandel und Klimaforschung 

Lohnt sich zu lesen, weil ... das vorgestellte Projekt sowohl der Klimaforschung ein Gesicht gibt als auch jeden selbst anregt, in sich hineinzuhorchen.

 

3. In der #Klimakrise darf uns die Leichtigkeit nicht abhanden kommen

Die zehn witzigsten Klimaclips

Zu Weihnachten 2015 haben wir unsere – subjektive – Top-Ten von humorvollen Kurzvideos rund ums Thema Klimawandel veröffentlicht 

Lohnt sich zu lesen, weil ... Lachen befreit und lockert – und man danach wieder besser mit dem Ernst des Themas klarkommt

 

4. Dieser Text wird auch nach der Corona-Krise wichtig bleiben

Was ist Wissenschaft - und was Pseudo? Die Mosaiksteine, um wissenschaftliche Glaubwürdigkeit abzuschätzen

Regelmäßig tauchen in den Medien oder im Internet Leute auf, die Forschungsergebnisse anzweifeln und behaupten, es besser zu wissen - nicht nur in den Klimawissenschaften. Doch woran kann man fundierte Wissenschafts-Kritik erkennen? Ein Interview mit Professor Matthias Beller von der Leibniz-Gemeinschaft 

Lohnt sich zu lesen, weil ... wir gerade merken, wie überlebenswichtig es ist, sich an solider Wissenschaft zu orientieren.

 

5. Wer Klimakommunikation JETZT wirksam verändern will, sollte diesen Text lesen

Das einfachste Mittel gegen den Klimawandel? Im Freundes- und Familienkreis darüber reden

Wenn eine Information von nahestehenden Menschen kommt, wird sie meist ernster genommen - das weiß die Sozialforschung schon lange. Eine Studie im Fachmagazin PNAS kam nun zu dem Ergebnis, dass sich das allgemeine Bewusstsein für den Klimawandel erhöhen ließe, wenn mehr darüber gesprochen würde. So könne gar ein selbstverstärkender Prozess in Gang kommen 

Lohnt sich zu lesen, weil ... der Vorschlag ebenso gut begründet wie für jede/n wirklich einfach umzusetzen ist.

 


Eva Freundorfer empfiehlt:

1. Wenn Sie nur einen einzigen Artikel auf klimafakten.de lesen dürften

Wieso wir oft nicht tun, was wir uns vorgenommen hatten. Und welchen Rat die Psychologie bereithält

Es ist ein verbreitetes Phänomen, dass Menschen gute Vorsätze fassen - uns später an der Umsetzung scheitern. Die Sozialforschung widmet sich diesem Thema seit langem - und kann hilfreiche Hinweise liefern, wie sich die sogenannte "Intentions-Handlungs-Lücke" schließen lässt. Ein Gastbeitrag von David Scholz und Leonie Kott

Lohnt sich zu lesen, weil ... dieser Text sehr konkret die Hürden beschreibt, um anschließend über diese drüber zu helfen.

 

2. Dieser Text hat mich zum Nachdenken gebracht

Gastbeitrag: „Ich war einmal ein 'Klimaskeptiker'“

Warum zweifeln Menschen an der Erderwärmung? Weshalb weisen sie Ergebnisse der Klimaforschung vehement zurück? Der Mediziner Dr. Eckart John hatte jahrelang erhebliche Zweifel an den Befunden der Klimaforschung - er war also jemand, den viele landläufig mit dem problematischen Begriff "Klimaskeptiker" bezeichnet hätten. In diesem persönlichen Gastbeitrag schildert er, wie er zu seinen Ansichten kam, warum er den Argumenten der Wissenschaftsleugner Aufmerksamkeit schenkte – und was ihn schließlich doch vom Gegenteil überzeugte

Lohnt sich zu lesen, weil ... mich die Ehrlichkeit von Dr. med. Eckart John gegenüber sich selbst beeindruckt.

 

3. In der #Klimakrise darf uns die Leichtigkeit nicht abhanden kommen

Ausmalbilder, Farbstreifen, kriechende Schnecken: "Die ganze Bandbreite an Visualisierungsprojekten zeigen"

Allgemeinverständlich, innovativ, zum Handeln anregend – so sollten Infografiken zum Klimawandel sein. Ein Wettbewerb der Fachhochschule Potsdam zeigt reihenweise spannende Visualisierungen

Lohnt sich zu lesen, weil ... schwere Inhalte dank leichter Bilder besser zu verdauen sind.

 

4. Dieser Text wird auch nach der Corona-Krise wichtig bleiben

"Handabdruck" statt "Fußabdruck" - ein Konzept für mehr Optimismus im Klimaschutz?

Inspiration statt Frustration, Handeln statt Lähmung - dies will das Konzept des "Carbon Handprint" schaffen, indem es positive Auswirkungen von Klimaschutz sichtbar und erzählbar macht. Denn auch wenn Informationen über Klimasünden wichtig sind, wirken sie häufig eher demotivierend

Lohnt sich zu lesen, weil ... ohne Motivation gar nichts geht.

 

5. Wer Klimakommunikation JETZT wirksam verändern will, sollte diesen Text lesen

Wirksam kommunizieren in Sachen Klimawandel: Weiterbildungs-Angebote im Überblick

Gespräche über den Klimawandel sind schwierig, es gibt zahlreiche psychologische und kommunikative Hürden. Wie sich diese überwinden lassen, ist für klimafakten.de seit Jahren ein Thema. Immer wieder werden wir gefragt, wo man denn konkret lernen könne, wirksam zum Klima zu kommunizieren. Wir haben recherchiert, welche Angebote es gibt - doch offenbar sind diese noch sehr spärlich gesät

Lohnt sich zu lesen, weil ... es hier Anlaufstellen zum Training der eigenen Fähigkeiten gibt.

 


Carel Mohn empfiehlt:

1. Wenn Sie nur einen einzigen Artikel auf klimafakten.de lesen dürften

Du und der Klimawandel: Viel wissen. Wenig tun? Die Infografik zur Psychologie des Handelns

Viele Menschen kennen die Fakten zum Klimawandel - aber werden trotzdem nicht aktiv. Der Sozialforschung ist seit langem klar, dass neben dem Wissen noch viele andere Dinge nötig sind, um Menschen zum Handeln zu bewegen. Die wichtigsten Faktoren haben wir in einer Infografik übersichtlich dargestellt

Lohnt sich zu lesen, weil ... mir diese Grafik immer wieder beim Verstehen hilft, warum der Weg vom Wissen zum Handeln kurvenreich und voller Hürden ist.

 

2. Dieser Text hat mich zum Nachdenken gebracht

Wie Klimaschützer sich gegenseitig zu Untätigkeit anstiften

Medienberichte und Klimakampagnen sind voll von Appellen wie: "Wir müssen jetzt handeln!" Doch solche gutgemeinten Aufrufe bringen nichts, meint Dominic Hofstetter vom Forschungsnetzwerk "EIT Climate-KIC". Der einfache Grund: Sie sind zu allgemein. Die Klimacommunity, so Hofstetter, braucht neue Indikatoren für Klimapolitik und konkrete Handlungsaufrufe

Lohnt sich zu lesen, weil ... wir in der Corona-Pandemie gerade feststellen, wie riskant es ist, Handlungen mit Ergebnissen gleichzusetzen.

 

3. In der #Klimakrise darf uns die Leichtigkeit nicht abhanden kommen

"Harte Konfrontation verstärkt den Widerstand nur"

Der norwegische Ökonom, Psychologe und Unternehmensberater Per Espen Stoknes analysiert in seinem neuen Buch, warum so viele Menschen die harte Realität des Klimawandels verleugnen – und schlägt neue Strategien für die Klimakommunikation vor

Lohnt sich zu lesen, weil ... uns Per Espen Stoknes auf eine wunderbare Erklärreise mitnimmt, für die es keine Reisebeschränkungen gibt.

 

4. Dieser Text wird auch nach der Corona-Krise wichtig bleiben

Klimawandel und Gesundheit - bringt die Verbindung zusätzliche Aufmerksamkeit?

Die üblichen Öko-Kampagnen zum Klimaschutz erreichen viele Menschen nicht oder nur wenig. Eine Alternative wäre, andere Aspekte des Klimawandels stärker zu thematisieren, etwa seine Folgen für die menschliche Gesundheit. Diverse Studien deuten darauf hin, dass dies funktionieren könnte

Lohnt sich zu lesen, weil ... die Frage nach Parallelen zwischen der Corona- und der Klimakrise völlig normal ist – und gesundheitspolitisch auch beim Klimathema bald nichts mehr so sein wird, wie es mal war.

 

5. Wer Klimakommunikation JETZT wirksam verändern will, sollte diesen Text lesen

Um das Klima zu retten, bitte HIER klicken!

Für jedes Problem gibt es eine Lösung - oder? Nicht nur, aber auch in Sachen Klimaschutz verweisen Medien, Politik und Wissenschaft gern auf technologischen Fortschritt und die Segnungen der Ingenieurkunst. Das mag Optimismus verbreiten - aber wird dies auch den Herausforderungen der Klimakrise gerecht?

Lohnt sich zu lesen, weil ... wohl auch ich diesen Wunsch nach einfachen Lösungen von mir kenne. Geht es hier also nur um die Verführbarkeit meines Denkens?

 


Sven Egenter empfiehlt:

1. Wenn Sie nur einen Artikel auf klimafakten.de lesen dürften

Best of klimafakten.de: Unser neues Magazin zur Klimakommunikation mit Tipps und Hintergründen

"Das Klima zum Thema machen: So geht's" - unter diesem Titel veröffentlichen wir zum zweiten Mal eine Auswahl von Artikeln zu Theorie und Praxis der Klimakommunikation. Das 44-seitige, gemeinsam mit dem Bundesverband Klimaschutz (BVKS) erarbeitete Magazin ist ab sofort auf Papier oder als pdf-Datei kostenlos erhältlich

Lohnt sich zu lesen, weil ...  Ok, das ist etwas geschummelt, aber der Reader bietet wirklich einen tollen Rundum-Blick und viele Anregungen für gute Kommunikation. Außerdem kann man das PDF gut weiterverteilen und es sieht auch ausgedruckt gut aus – für diejenigen die gern Gedrucktes lesen.

 

2. Dieser Text hat mich zum Nachdenken gebracht:

"Umweltverbände und Umweltbundesamt halten augenscheinlich wenig von gutem Marketing"

Viele Menschen schätzen vollkommen falsch ein, mit welchen individuellen Handlungen sie dem Klima wirklich helfen könnten. Das ergab kürzlich eine Umfrage der internationalen Unternehmensberatung A.T. Kearney. Am populärsten war ausgerechnet eine Maßnahme mit winzigem Klimanutzen. Woran liegt das? Und wie ließe sich das ändern? Ein Interview mit dem Initiator der Untersuchung, Frank Bilstein

Lohnt sich zu lesen, weil ... ich mich vor allem bei der Grafik gefragt habe: Wie kann das sein? Alle reden über Klimawandel und viele Menschen wissen trotzdem nicht, was hilft. Vielleicht lohnt da ein Blick auf die – von vielen Umweltschützern oft verpönten - erfolgreichen Marketing-Strategien.

 

3. In der #Klimakrise darf uns die Leichtigkeit nicht abhanden kommen:

Elephants and aliens - a cartoonist's take on the Energiewende

 

Lohnt sich zu lesen, weil ... der Sambische Cartoonist Mwelwa Musonko eine wirkliche Entdeckung ist! Er hat seine Kunst in den Dienst des Kampfs gegen den Klimawandel gestellt und motiviert mit seiner Comic-Heldin Quintessa Schulkinder in Sambia, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Vor zwei Jahren war er beim klimafakten.de-Schwesterprojekt Clean Energy Wire zu Besuch, und noch immer bringen mich seine Arbeiten zum Schmunzeln.

 

4. Dieser Text wird auch nach der Corona-Krise wichtig bleiben:

Wie Medien der Klimakrise gerecht werden können. Versuch einer konstruktiven Medienkritik

Ein Klima-Ressort, spezielle Infokästen, Einbezug diverser Akteure - es gäbe viele Möglichkeiten, wie Medien besser über die Klimakrise und ihre Lösungen berichten könnten. Doch bislang machen viele Medien einfach weiter, wie bisher. klimafakten.de-Autorin Daniela Becker meint: Dieses strukturelle Versagen können wir uns nicht mehr leisten

Lohnt sich zu lesen, weil ... die gesellschaftliche Debatte um effektiven Klimaschutz einen besseren, aber vor allem auch anderen, lösungsorientierteren Journalismus als bisher braucht. Der Text steht für eine Vielzahl wichtiger Beiträge, denn die Diskussion um die Rolle der Medien bleibt.

 

5. Wer Klimakommunikation JETZT wirksam verändern will, sollte diesen Text lesen:

Online-Debatten auf Facebook & Co.: Eine Handreichung zu konstruktivem Argumentieren

Debatten in den sogenannten Sozialen Netzwerken verlaufen oft heftig, der Ton ist häufig rauh. In der Reaktion darauf verlieren Viele die Fassung und werden unsachlich. Die Bonner Tropenwald-Stiftung Oro Verde gibt auf einem übersichtlichen Poster praktische Tipps, wie man es besser machen kann - ein nützlicher Leitfaden, nicht zuletzt für Klima-Debatten

Lohnt sich zu lesen, weil ... der Text und das Poster ganz konkret dabei helfen, das Wichtigste etwas besser zu machen, was wir alle tun sollten: Über Klimawandel und Lösungen reden, gerade jetzt und auf den Kanälen, die auch während der Corona-Krise zur Verfügung stehen.

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