Neuer Faktencheck: Ist 'Geo-Engineering' die Rettung - und werden Emissionssenkungen damit überflüssig?

CDR und SRM, BECCS und DACCS, AF und OF, SAI und GBAM - in Diskussionen über eventuelle großtechnische Eingriffe ins Klimasystem der Erde schwirrt es vor Abkürzungen. Denn hinter dem sogenannten "Geo-Engineering" oder "Climate Engineering" verbergen sich mehr als ein Dutzend verschiedene Technologien - genauer gesagt: Ideen für Technologien. Denn bei genauer Betrachtung wird schnell klar, dass die allermeisten diskutierten Geo-Engineering-Optionen noch kaum erforscht sind, geschweige denn erprobt oder gar einsatzbereit.

Dennoch ist gelegentlich zu hören, dass sich mit "Climate Engineering" - salopp gesagt - das Klima retten ließe und man auf diesem Wege mühsame Minderungen der CO2-Emissionen umgehen könnte. Als wir im vergangenen Jahr unsere Leserinnen und Leser danach fragten, zu welchen Mythen und Falschbehauptungen sie sich von uns neue Faktenchecks wünschen, war das Thema "Geo-Engineering" eines der fünf meistgenannten. Seit dieser Woche ist nun auf unserer Website ein ausführlicher Hintergrundartikel dazu (sowie eine handliche Kurzfassung) abrufbar.

In einer Galerie anschaulicher Kleingrafiken sowie einem ausführlichen Text erklärt unser neuester Faktencheck das Thema "Geo-Engineering" bzw. "Klima-Intervention"; Quelle: Helmholtz/flaticon

Der Artikel ist bereits der 48. Text in unserer Rubrik "Fakt ist ...". In diesem Bereich von klimafakten.de werden populäre Mythen und Falschbehauptungen rund um Klimaforschung und Klimawandel unter die Lupe genommen - und der tatsächliche Stand der Wissenschaften zum jeweiligen Themenbereich verständlich aufbereitet. Jeder dieser Faktenchecks enthält zahlreiche Direktverweise in die geprüfte Forschungsliteratur und wurde von unserem Wissenschaftlichen Beirat auf Korrektheit kontrolliert.

"Kein Ersatz für rasche und nachhaltige Emissionsminderungen"

Bei einem detaillierten Blick aufs Geo-Engineering wird denn auch schnell klar, dass hier keine schnelle und schmerzarme Lösung des Klimaproblems liegt. Wo genau bei den einzelnen Technologieoptionen jeweils Probleme und Nebenwirkungen liegen, führt unser Faktencheck detailliert auf.

Das Fazit der Fachwissenschaft ist denn auch eindeutig: Der Weltklimarat IPCC zum Beispiel betont nach einer Sichtung der Forschungsliteratur, es gebe "vielfältige Einschränkungen in Bezug auf Machbarkeit und Nachhaltigkeit" sowie "große Wissenslücken" und "substanzielle Risiken". Auch die Wissenschaftsakademien der Schweiz kommen in einer Gesamtbewertung zu dem Ergebnis, dass großtechnische Klima-Interventionen "in keinem Fall Ersatz für die Bemühungen um möglichst rasche und nachhaltige Emissionsminderungen sein können".

Unseren vollständigen Faktencheck zu Geo-Engineering als vermeintlich schnelle Lösung des Klimaproblems finden Sie hier.

tst

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