Planet Erde im All

Das Worst-Case-Szenario für unsere Klimazukunft ist unwahrscheinlich geworden – erstmal eine gute Nachricht. Sie zeigt: ambitionierter Klimaschutz wirkt; Foto: Picryl.com

"Manometer!"-Durchblick

Es war eigentlich eine gute Nachricht: Das schlimmste aller wissenschaftlichen Klimaszenarien – das so genannte RCP 8.5 Szenario, das eine extreme globale Erwärmung von bis zu maximal 5,4 Grad Celsius bis Ende des Jahrhunderts kommen sah – ist mittlerweile unwahrscheinlich geworden. Das liegt am Erfolg der globalen Klimaschutzbemühungen in den vergangenen Jahren, vor allem aber an den großen Fortschritten in der Energiewende. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem Fachartikel, der bereits Anfang April­ veröffentlicht wurde.

US-Präsident Donald Trump gelang es dennoch, mit einem Social-Media-Posting die positive Nachricht in eine Verschwörungserzählung zu verkehren, und erhielt große Resonanz – auch in deutschsprachigen rechten und konservativen Medien: "Endlich sind sie weg! Nachdem die Dumokraten 15 Jahre lang versprochen haben, dass der 'Klimawandel' den Planeten zerstören würde, hat der oberste Klimarat der Vereinten Nationen gerade zugegeben, dass seine eigenen Prognosen (RCP8.5) FALSCH waren! FALSCH! FALSCH!", schrieb Trump auf der Plattform X, die auch vom offiziellen Kanal des Weißen Hauses geteilt wurde.

„Die alten Extremszenarien waren nie besonders wahrscheinlich und die zentrale Schätzung unter den derzeitigen politischen Rahmenbedingungen liegt immer noch bei etwa 2,7 Grad Celsius – deutlich über dem Ziel des Pariser Abkommens. Wir steuern weiterhin auf Entwicklungen zu, die die Wissenschaft seit dreißig Jahren als gefährlich bezeichnet.“ – Zeke Hausfather

Mehrere Faktenchecks ordneten die Desinformation ein – etwa die englischsprachige Plattform Carbon Brief oder der STANDARD. Die Faktenlage: Der Trend, dass das schlimmste aller Klimaszenarien durch die Fortschritte im Klimaschutz und den rapiden Erneuerbaren-Ausbau unwahrscheinlich wird, hat sich schon seit Jahren abgezeichnet und kam für die Klimawissenschaft nicht überraschend. „Wenn man einen Blick zurück ins Jahr 2014 wirft, zeichnen die weltweiten CO₂-Emissionen ein ziemlich beängstigendes Bild. In den 2000er Jahren waren die Emissionen mit einer Rate von 3 % pro Jahr schnell gestiegen, und Anfang der 2010er Jahre gab es noch kaum Anzeichen für eine Verlangsamung. Die weltweiten Emissionen schienen dem Worst-Case-Szenario (RCP8.5) zu folgen“, erklärte Klimawissenschaftler Zeke Hausfather schon 2023 auf der Plattform The Climate Brink. „Doch im Laufe des letzten Jahrzehnts hat sich die Lage allmählich gewandelt.“

Jetzt sprach Hausfather im Interview mit dem deutschen Focus erneut über diese Entwicklung. Doch während US-Präsident Trump in seinem Social-Media-Posting insinuierte, der Klimawandel sei abgesagt, gab Hausfather überhaupt keinen Grund zur Entwarnung. „Die alten Extremszenarien waren nie besonders wahrscheinlich und die zentrale Schätzung unter den derzeitigen politischen Rahmenbedingungen liegt immer noch bei etwa 2,7 Grad Celsius – deutlich über dem Ziel des Pariser Abkommens. Wir steuern weiterhin auf Entwicklungen zu, die die Wissenschaft seit dreißig Jahren als gefährlich bezeichnet. Außerdem bedeutet ‚weniger wahrscheinlich‘ nicht ‚unmöglich‘.“

Die Wissenschaft geht nämlich heute von sehr viel gravierenderen Auswirkungen für ein bestimmtes Temperaturniveau aus als noch vor zehn Jahren. Vor allem die Wahrscheinlichkeit von Kipppunkten wird inzwischen erheblich höher eingeschätzt. Das neue Szenario am oberen Rand geht von weniger Emissionen bis Ende des Jahrhunderts aus, aber die Klimafolgen pro Grad Erwärmung werden ernster eingeschätzt als früher.

Das heißt also: Es braucht deutlich mehr Ambition, um die Gefahren der Klimakrise zu bannen. Schon im Jahr 2018 erarbeitete der Weltklimarat in einem Spezialreport, wie gravierend die Auswirkungen der Klimafolgen zwischen 1,5 Grad und 2 Grad sind. Nicht auch zuletzt deshalb, betonen Klimaforscher:innen immer wieder, dass jedes Zehntelgrad zählt.

Desinformation in den Schlagzeilen: Worst Case für den Mediendiskurs

Doch von wissenschaftlichen Warnungen wollten konservative Medien nichts hören, sie rahmten die Debatte ganz anders. Im österreichischen Privat-Fernsehsender Servus TV, der vom Getränkeriesen Red Bull betrieben wird, sah deren Kommentator Ferdinand Wegscheider „das peinliche Eingeständnis, dass das Katastrophenszenario RCP 8.5, auf dessen Basis die gesamte Klimahysterie der vergangenen Jahre aufgebaut war, im wahrsten Sinne des Wortes nur heiße Luft ist.“ Auch in Deutschland hallte diese Erzählung durch die Medienlandschaft. „Prognosen völlig falsch!“, skandalisierte die BILD, „Jahrelang wurde genau dieses Szenario als Warnung genutzt – in Studien, in Medien, in der Politik.“

In der Kolumne für die Welt stimmte auch die einstige deutsche CDU-Familienministerin und heutige Unternehmensberaterin Kristina Schröder in den Chor ein: „Deutschland schlittert immer tiefer in die Deindustrialisierung. Schuld ist ein Klima-Horrorszenario, das Wissenschaftler nun als falsch enttarnt haben. Allerhöchste Zeit, die deutschen Klimaziele zu überdenken.“

„Es ist unverantwortlich und auch durchschaubar, wie Klimaskeptiker diese Lage für ihre eigenen Zwecke missbrauchen." – Klimaforscher Niklas Höhne

So rollte – ausgelöst durch ein einzelnes Trump-Posting – eine Welle der Empörung durch jene Medien, die sich schon in der Vergangenheit gegen ambitionierte Klimapolitik gestellt haben. Wie Carbon Brief in seinem Faktencheck konstatiert, wurde auch im englischsprachigen Raum „ein Großteil der Berichterstattung über RCP8.5 in den letzten Tagen von Medien geprägt, die dem klimaskeptischen Medienmagnaten Rupert Murdoch gehören.“

„Es ist aus meiner Sicht unverantwortlich und auch durchschaubar, wie Klimaskeptiker, Rechts-außen-Medien und auch die Trump-Regierung diese Lage für ihre eigenen Zwecke missbrauchen”, kritisiert Klimaforscher Niklas Höhne vom New Climate Institute im Brandmelder, einer Onlineplattform des deutschen Netzwerks Klimajournalismus, die die Chronologie der Desinformation in Deutschland nachzeichnete.

Die rechte Meinungsmache erhöhte den Druck schließlich so weit, dass sich nicht nur der Weltklimarat IPCC zu einer Stellungnahme gezwungen sah, sondern auch die Politik. „Diese Entwicklung und somit der Wegfall des früheren Klimaszenarios sind ein Beleg dafür, dass technologischer Fortschritt, internationale Klimapolitik und der Ausbau erneuerbarer Energien Wirkung zeigen“, erklärte ein Sprecher des SPD-geführten Umwelt- und Klimaschutzministeriums auf der Bundespressekonferenz. „Angestoßen wurde dieser Siegeszug der Erneuerbaren Energien durch die Klimapolitik, nicht zuletzt in Deutschland. Das zeigt: Klimaschutz wirkt.“

Und auch in Österreich sagte der Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) in ähnlichen Worten im Kurier: „Konsequenter Klimaschutz und der Ausbau erneuerbarer Energien wirken. Gleichzeitig gibt es keine Entwarnung: Die Auswirkungen des Klimawandels sind deutlich spürbar – von Hitze und Trockenheit bis hin zu Stürmen und Waldschäden. Deshalb müssen wir weiterhin entschlossen Emissionen reduzieren und uns an die Folgen des Klimawandels anpassen.“

Populistische Politik verstärkt den Desinformations-Chor

Ganz anders tönten die Rechtsaußen-Parteien. Die Alternative für Deutschland (AfD) forderte im Bundestag eine Aktuelle Stunde ein, um die Causa politisch zu nutzen. Auch in Österreich griffen die Rechtspopulisten der Freiheitlichen Partei Österreich (FPÖ) die Meldung über das gefallene Klimaszenario dankbar auf. Der FPÖ-Europaparlamentarier Roman Haider, der den Green Deal seit Jahren politisch bekämpft, forderte in einer Aussendung eine grundlegende Neu-Ausrichtung der europäischen Klimapolitik. „Die Klimaapokalypse ist offiziell abgesagt, wir können wieder zur Vernunft zurückkehren. Dazu müssen endlich die absurden Klimagesetze der EU entsorgt werden“, wetterte der FPÖ-Abgeordnete.

Zwar widersprechen beide Rechtsparteien mit ihren Aussagen dem wissenschaftlichen Konsens und sind mit ihrer Meinung auch in der Parteienlandschaft isoliert. Dennoch ist die Rhetorik für den klimapolitischen Diskurs bemerkenswert. Schließlich führen die Rechtspopulist:innen mittlerweile die Umfragen sowohl in Deutschland als auch in Österreich an (s. aktueller Deutschland-Trend der ARD und Kurier-Umfrage). Immer stärker setzt die FPÖ in ihrer Kommunikation auf Wege abseits der etablierten Medien. Sie hat sich in den vergangenen Jahren einen eigenen Medienkosmos geschaffen und erreicht ihr Publikum unter anderem durch rechtskonservative Onlineseiten und Telegram-Kanäle.

Historisch gesehen konnte sich die Rechtsaußen-Fraktion in Österreich mit ihrem Monopol aufs Dagegensein profilieren und von einer strategischen Wandlungsfähigkeit profitieren.

Auch in der Energiefrage drehte sich die Partei um 180 Grad. Eröffnete der FPÖ-EU-Abgeordnete Hans Kronberger im Jahr 1996 noch den ersten Windpark und erarbeitete sich der spätere Bundespräsidentschaftskandidat und Parteichef Norbert Hofer in den 2000er und 2010er-Jahren den Ruf als glühender Anhänger von Erneuerbaren Energien, so ist die FPÖ derzeit die einzige Partei, deren Vertreter:innen den Klimawandel leugnen.

Wie die AfD arbeitet auch die FPÖ längst mit Organisationen zusammen, deren Finanzierung im Dunkeln bleibt und die mit gezielter Desinformation Zweifel am menschengemachten Klimawandel säen. Berichterstattung dazu gab es hier und hier – aber

Dass Rechtsaußen in jenen Tagen die Debatte anzetteln, während die erste Hitzewelle über Europa rollt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Nicht nur die Fakten sprechen in einer Zeit dagegen, sondern auch die gefühlte Wahrheit, auf die Rechtspopulisten sonst so erfolgreich bauen. Während die Menschen unter der Hitze stöhnen, klingt die vermeintliche Absage der Klimakrise wie ein schlechter Witz.

"Manometer!"-Überblick

Good-Practice Klimakommunikation 

Aktuelle Klimadaten für Deutschland, Österreich und EU

Das Klimadashboard ist ein gemeinnütziges Projekt, das Klimadaten mit interaktiven Visualisierungen verständlich aufbereitet. Es arbeitet mit Daten öffentlicher Behörden und wissenschaftlicher Institutionen. Alle Grafiken sind frei nutzbar (CC BY). Ziel ist es, eine verlässliche Quelle für aktuelle und regionale Daten zur Klimakrise anzubieten – für Zivilgesellschaft, Medienschaffende, Lehrende und politische Entscheidungsträgerinnen und -träger. Die Inhalte wie Wetterdaten, Elektromobilität, Erneuerbaren Ausbau, Heizarten und seit neuestem auch Batteriespeicherdaten sind auf Landkreisebene aufgelöst und deshalb vor allem für lokale Recherchen eine große Bereicherung. Interaktive Dashboards stehen für Österreich, Deutschland und die EU zur Verfügung.

Für Österreich: https://klimadashboard.at/

Für Deutschland: https://klimadashboard.de/

Für EU: https://emission-tracker.eu/

Neuigkeiten aus der Forschung

Regionale Infrastrukturförderung reduziert AfD-Stimmenanteil

Die Dekarbonisierung Deutschlands stellt die verschiedenen Regionen vor unterschiedliche Herausforderungen. Eine neue Studie der Bertelsmannstiftung zeigt: Dort, wo die Herausforderungen des Strukturwandels am größten sind, sinkt häufig die Bereitschaft, den Wandel mitzutragen. Politische Polarisierung ist eine häufige Folge, und populistische Politikangebote finden in diesen Regionen überdurchschnittlich hohe Zustimmung.

Ausgangspunkt der vorgestellten Studie ist die etablierte Forschung zur „Geography of Discontent“, die zeigt, dass sich wahrgenommene regionale Benachteiligung und ökonomischer Statusverlust in Deutschland primär in der Unterstützung rechtspopulistischer Parteien manifestieren. Die Studienergebnisse zeigen, dass gezielte staatliche Strukturhilfen die politische Polarisierung messbar abmildern: Wenn Landkreise mit einem hohen Anteil an Beschäftigung in der Fossilindustrie intensiv gefördert werden, sinkt der AfD-Stimmenanteil bei Landtagswahlen signifikant. Rechnerisch führt eine Erhöhung der Infrastrukturförderung pro Kopf um 100 Euro zu einer Reduktion des AfD-Stimmenanteils um rund 1,00 Prozentpunkte.

Neben der signifikanten Bedeutung von Infrastrukturförderung machen die Autor:innen der Studie außerdem auf eine Ambivalenz in der Ausgestaltung der deutschen Regionalpolitik aufmerksam: Während Infrastruktur- und Wirtschaftshilfen vor allem in strukturschwache Regionen fließen, erreichen innovationsorientierte Programme die Regionen mit dem höchsten Transformationsdruck kaum und konzentrieren sich stattdessen auf bereits leistungsfähige Regionen. Für eine technologische Erneuerung sei aber gerade mittel- und langfristig auch Innovationsförderung in Regionen mit industrieller Spezialisierung zentral.

Zur Studie: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/regionalpolitik-als-stabilitaetsanker-im-strukturwandel

Fundstück des Monats

Das Schöne, das verloren geht
Die Gletscher des Berninamassivs, der Paarungsruf der Gelbbauchunke, der Blütenduft des Diptam - Klimakatastrophe und Biodiversitätskollaps zerstören diese Schönheit. Die ökologischen Zerstörungen sind Ausdruck der Beziehung zwischen den Menschen und der Natur. Nur wer die Welt sieht, hört, riecht, fühlt und schön findet, erkennt seinen Platz in ihr. Schönheit schafft Verbindung und ist nicht in ökonomischen Kategorien zu messen.

Marcel Hänggi hat für seinen Essay mit Menschen gesprochen, die die Natur aus unterschiedlichen Perspektiven wahrnehmen: mit Naturwissenschaftlern und Geisteswissenschaftlerinnen, mit einer Künstlerin und einem Naturschützer, mit einem Historiker, einem Parfümeur und einer Frau, die ihr Augenlicht verliert. Er geht auf die Suche nach Nachtigallen und schönen Käfern, streift durch Wälder und steigt auf Berge, beobachtet Touristinnen und Touristen und liest immer wieder die schockierenden wissenschaftlichen Berichte über den Zustand der Umwelt. 

Lesung: Donnerstag, 11.6.2026, 19:30 – 21:00 Uhr, Kulturpark, Pfingstweidstrasse 16, Zürich

Das Buch kann hier vorbestellt werden.

Buchtipp

Männer. Macht. Klimaschutz.

Das neue Buch von Benedikt Siebauer und Constance Nennewitz legt den Fokus auf Geschlechtsunterschiede in der Bewältigung der Klimakrise. Forschung und Praxis zeigen, dass Frauen vom Klimawandel stärker betroffen sind und sich mehr in der sozialökologischen Transformation engagieren. „Going green“ wird von der Mehrheit der Erwachsenen eher als feminin wahrgenommen und erfährt durch die weibliche Geschlechtszuschreibung leider immernoch Abwertung. Männer hingegen bremsen den Wandel eher – in Entscheidungspositionen oder durch klimaschädliche Routinen. Sie vermeiden tendenziell „grünes Verhalten“, wenn es unmännlich gilt. Denn wer sich als Mann für Klimaschutz engagiert, läuft Gefahr, als geschlechtsabweichend wahrgenommen zu werden. Das bedroht die eigene Identität.

Hier setzt das Buch mit seinen lösungsorientiertem Ansatz an: Klimakommunikation bei Männern ist Identitätskommunikation. Männer reagieren offener auf klimafreundliche Botschaften, wenn ihre männliche Identität nicht bedroht ist. Ein Beispiel für nonverbale Kommunikation: In einem Experiment konnten die Versuchspersonen an zwei inhaltsgleich beschriebene Organisationen spenden. Männer wählten signifikant häufiger „Wilderness Rangers“, mit dunklem Wolf-Logo und kantiger Typografie als „Friends of Nature“, mit hellgrünem Baum-Logo und verspielter Schrift. Es folgen Tipps und Beispiele zu wirksamer Klimakommunikation speziell für Männer zu Botschaftern, äußerer Erscheinung, Innere Haltung, Frames und Umgang mit Emotionen. Die letzten beiden Kapitel geben konkrete Tipps für Gespräche mit dominant auftretenden Männern, sowie einen Ausblick auf moderne, nachhaltige Konzepte von Männlichkeit.

Das Buch kann hier – auch als eBook – bestellt werden.

Studie

Klimastatusbericht Österreich 2025

Das Jahr 2025 war nach einigen „Rekordjahren“ sowohl in Österreich als auch global ein klimatisch sehr unauffälliges Jahr. Dennoch zeigt der Klimawandel seine Auswirkungen. Die Münchner Rückversicherung bezeichnet 2025 global als das teuerste „Non-Peak Peril“ Jahr, also ein Jahr, in dem nicht extreme Einzelereignisse die großen Schäden verursacht haben, sondern viele kleine, wie etwa Waldbrände oder lokale Gewitter. Der Klimastatusbericht nimmt das Thema Grundwasser in den Fokus, das uns mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser versorgt, die Ökosysteme lebendig hält und in Landwirtschaft und Industrie in Anwendung kommt. Der Bericht nimmt die Folgen des fortschreitenden Klimawandels und die steigende Nutzung des Grundwassers in den Blick und zeigt Maßnahmen auf, um die Resilienz der Wassersysteme zu sichern.

Zur Studie: https://www.klimafonds.gv.at/publikation/klimastatusbericht-2025/

Initiative

EU: Christliche NGOs fordern Steuern auf fossile Gewinne

Ein Bündnis christlicher Organisationen richtet einen dringenden Appell an die EU-Institutionen. Europa trage eine historische Verantwortung und habe die Chance, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen anzuführen.

Die EU soll aus fossilen Energieträgern aussteigen und diejenigen stärker besteuern, die daran verdienen. Die Zeitung The Guardian hatte kürzlich berichtet, die 100 größten Öl- und Gasunternehmen der Welt hätten im ersten Monat des US-israelischen Kriegs im Iran mehr als 30 Millionen Dollar (25,8 Millionen Euro) Gewinn pro Stunde gemacht. Der Aufruf fordert die EU auf, ihren Gründungswerten von Menschenwürde und Gemeinwohl treu zu bleiben und den gerechten Umbau des Energiesystems zu beschleunigen. Über 120 Organisationen aus 20 EU-Staaten haben den Aufruf unterschrieben.

Der Appell auf Englisch ist hier zu lesen.

Neuigkeiten aus der Forschung

Vertrauen in den Journalismus

Eine klare Mehrheit der Menschen in Deutschland hält unabhängige Medien für wichtig. Aber nur jeder Zweite erlebt die meisten Journalisten und Journalistinnen als unabhängig in ihrer Berichterstattung. Ebenso haben fast die Hälfte der Menschen in Deutschland das Gefühl, dass Medien sie in die Irre führen wollen. Das ist die Vertrauenslücke, die der gemeinnützige Think-and-Do-Tank More in Common in einer neuen Befragung zum Medienvertrauen in Deutschland gefunden hat. Die Daten wurden im Sommer 2025 in einer Befragung von über 2.000 Menschen in Deutschland erhoben. Zu den dominantesten Gefühlen, die Menschen derzeit gegenüber Medien empfinden, gehören Misstrauen, Zweifel und Enttäuschung. Die Corona-Pandemie wird häufig als eine Erfahrung benannt, die das Vertrauen in viele journalistische Medien geschwächt hat.

Menschen wünschen sich von Journalismus vor allem:

  1. Orientierung: Fakten und Hintergründen, die helfen, die Welt zu verstehen,

  2. Abbildung: das Aufzeigen unterschiedlicher Lebensrealitäten und Perspektiven, mit dem Wunsch mit lokaler Berichterstattung,

  3. Moderation: öffentliche Diskursräume, in denen Streitfähigkeit gelebt wird.

Zur Studie: https://www.moreincommon.de/publikationen/medien-vertrauen-deutschland/