Es reicht: Zehntausende demonstrierten im April in ganz Deutschland für eine andere Energiepolitik; Foto: Fridays for Future Hamburg
"Manometer!"-Durchblick
Ob die Bundesrepublik Deutschland ihre gesetzlich vorgeschriebenen Klimaziele mit dem neuen Klimaschutzprogramm 2026 erreichen kann, ist offen. Um diese Frage drehte sich die Kritik vieler Expert:innen, die sich unmittelbar nach Vorstellung des Programms Ende März kritisch zu Wort meldeten. Sie bewerteten die Maßnahmen als unzureichend, die Datengrundlage als problematisch und bemängelten, dass zahlreiche energiepolitische Gesetzesvorhaben aus dem Wirtschaftsministerium noch nicht eingepreist sind. Bessert die Bundesregierung nicht selbst nach, will die Deutsche Umwelthilfe erneut vor Gericht gehen und auf Nachbesserungen des Programms klagen.
Man hätte eine breite und langanhaltende Diskussion über den Programmentwurf erwarten können, geht es doch um Deutschlands künftige Klima- und Energiepolitik und so etwas Existenzielles wie Klimastabilität – zumal mehrere Ereignisse diese Debatte hätten anfachen können:
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Das Umweltbundesamt legte die Emissionsbilanz von Deutschland für 2025 vor: Die Treibhausgasemissionen gingen gegenüber 2024 nur minimal um 0,1 Prozent zurück. Der Energiesektor verzeichnete dabei erneut einen Rückgang der Emissionen, was vor allem auf den weiteren Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung zurückgeführt wird. In den Sektoren Verkehr und Gebäude nahmen die Emissionen dagegen im Vergleich zum Vorjahr wieder zu. Zugleich zeigt die Bilanz, dass sich der deutsche Wald etwas von zurückliegenden Dürrejahren erholt hat und 2025 wieder mehr CO₂ gebunden als freigesetzt hat.
Die Projektionen des Umweltbundesamtes zeigen, dass für das Erreichen der Klimaziele 2030 zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen nötig sind – deutlich über das bislang geplante Niveau hinaus. (Bis 2030 sollen 65 Prozent der Emissionen gesenkt werden, bisher hat Deutschland seine Emissionen seit 1990 um rund 48 Prozent gesenkt.) Noch nicht berücksichtigt hatte das Umweltbundesamt in seiner Bilanz die geplante Abschwächung des Gebäudeenergiegesetzes der Ampel-Koalition – die Analyse war also noch zu optimistisch und bereits bei Veröffentlichung überholt. Sie hätten also einen perfekten Anlass geboten, darüber zu reden, dass die Pläne der Regierung viel zu kurz greifen ...
Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Umweltbundesamt: "Klimaschutz braucht dringend Schub". Quelle: Emissionsbilanz, UBA.
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Europa hat 2025 das drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt und gilt inzwischen als der sich am schnellsten erwärmende Kontinent der Erde. Das geht aus dem Klimabericht 2025 der Weltmeteorologieorganisation (WMO) und des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus hervor. Von Hitzewellen sei nicht nur der Mittelmeerraum, sondern auch der Polarkreis erfasst worden. Die Schneebedeckung habe abgenommen, und die durch Waldbrände zerstörte Fläche in Europa lag bei einem Höchstwert. Die Forschenden rechnen auch für dieses Jahr mit einer weiteren Zuspitzung, da ab Jahresmitte mit dem Wetterphänomen El Niño gerechnet werde. Auch in diesem Bericht werden wiederholt robuste Klimaschutzmaßnahmen gefordert, um die globale Erderwärmung so niedrig wie möglich zu halten.
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Der andauernde Iran-Krieg hat die Preise für Öl, Gas und Düngemittel explodieren lassen und setzt viele Länder stark unter Druck, die von fossilen Energien abhängig sind. Bei einem internationalen Treffen in Paris zur Vorbereitung der COP31 im November im türkischen Antalya äußert Fatih Birol, der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) seine viel zitierte Befürchtung: Die Welt stecke „in der größten Energiekrise der Geschichte“ (Stern). UN-Klimachef Simon Stiel spricht bei diesem Treffen von einer „Kostenkrise für fossile Brennstoffe", die klimaschonenden Energien Auftrieb verleihe. „Erneuerbare Energien sind sicherer, billiger und sauberer und können nicht durch enge Schifffahrtsstraßen aufgehalten werden."
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Parallel zum Klimaschutzprogramm brachte Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche (CDU) drei energiepolitische Gesetzentwürfe auf den Weg. Im ersten, dem Kraftwerksgesetz, will Reiche den Bedarf in Dunkelflauten nach dem Kohleausstieg vor allem mit neuen Gaskraftwerken decken. Kritiker:innen bemängeln, dass sie – entgegen des sonst so oft von Unionsseite proklamierten Ziels der „Technologieoffenheit“ – Großspeicherbatterien und damit die Erneuerbaren Energien für einen Großteil der Förderung praktisch ausschließt. Beim zweiten Gesetz geht es um das sogenannte Netzpaket.
Reiche möchte den Ausbau von Wind- und Solaranlagen stärker an die vorhandene Netzkapazität koppeln und dafür Entschädigungen für abgeregelten Strom massiv kürzen. Branchenexperten und Opposition warnen, dass dieses unkalkulierbare Risiko die Finanzierung neuer Projekte erschwert und so als „Netzbremse“ den Klimaschutz ausbremst. Reiches drittes Vorhaben dreht sich um eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG): Die Ministerin will die Förderung von Solarkleinanlagen (etwa auf Eigenheimdächern) komplett streichen. Lesenswert: Der Kommentar von Chefreporter Florian Güßgen in der WirtschaftsWoche.
Während also die deutschen Treibhausgas‑Emissionen 2025 nur marginal sanken, Europa eines der wärmsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn erlebte und die Welt in einer fossilen Energiekrise steckt, verabschiedete die Bundesregierung ihr aktualisiertes Klimaschutzprogramm 2026 (und legte mehrere umstrittene energiepolitische Gesetzentwürfe vor). Deutschlandweit fanden im April Proteste gegen diese Energiepolitik statt, die Debatte war also durchaus hörbar – aber wirklich breit und ausführlich wurde sie dann doch nicht.
Durchblick im Klimaschutzprogramm
Das Programm enthält insgesamt 90 Maßnahmen, für die der Bund von 2027 bis 2030 insgesamt 8 Milliarden Euro bereit stellen will. Kernpunkte des Programms sind:
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Beschleunigung der Windenergie an Land: Durch eine Sonderausschreibung von 12 Gigawatt (ca. 2.000 Windräder) soll der Genehmigungsstau aufgelöst werden, neue finanzielle Anreize sollen für eine schnellere Flächenausweisung in den Kommunen sorgen;
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ein aufgestocktes Bundesförderprogramm für effiziente Wärmenetze;
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E-Auto-Zuschüsse mit sozialer Staffelung;
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ein Förderprogramm zur Unterstützung der Industrie beim Umstieg auf emissionsarme Technologien und Kreislaufwirtschafts-Maßnahmen;
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Förderungen für energieeffizientes Bauen und
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Maßnahmen im natürlichen Klimaschutz, die Wälder, Moore und Böden mehr CO2 speichern lassen.
Die Kritik aus Expert:innenkreisen kam schnell. Der Deutschlandfunk fasste sie nach der Verabschiedung des Programms so zusammen, dass die Bundesregierung ihre Berechnungen auf veraltete Annahmen stütze und weder die neuesten Emissionsdaten des Umweltbundesamtes noch mehrere energiepolitische Gesetzespläne berücksichtige, die stärker auf fossile Energie ausgerichtet sind.
Der DLF zitiert ein „vernichtendes Urteil“ vom unabhängigen Expertenrat für Klimafragen: In seiner Stellungnahme kommt er zu dem Ergebnis, dass das Programm die Anforderungen des Klimaschutzgesetzes nicht erfülle und die Bundesregierung die tatsächliche Minderung der Treibhausgasemissionen „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ überschätze. Die Maßnahmen wirkten überwiegend additiv und ließen kein schlüssiges Gesamtkonzept erkennen.
Forscher:innen des Wuppertal Instituts warnten davor, dass die tatsächliche Klimaschutzlücke für 2030 nach wie vor größer ausfallen könne, als im Programm unterstellt. Unter anderem, weil geplante Verschlechterungen beim Gebäudemodernisierungsgesetz und beim Erneuerbare‑Energien‑Gesetz nicht eingerechnet seien.
Umweltverbände wie Deutsche Umwelthilfe, BUND und Greenpeace bezeichneten das Paket als rechtswidrig oder ungenügend und kritisierten, dass die Koalition zentrale Hebel – etwa ein Tempolimit – ausspare. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) dürfe zwar einzelne Maßnahmen verkünden, während Wirtschaftsministerin Reiche den Klimaschutz an anderer Stelle ausbremse (Managermagazin).
Was man sagen kann: Die Energiepolitik der Bundesregierung sorgte für einen neuen Energieschub in der Zivilgesellschaft: Am 18. April gingen unter dem Motto „Erneuerbare Energien verteidigen“ zehntausende Menschen in Berlin, Hamburg, Köln und München mit klaren Forderungen auf die Straße. Fridays for Future protestierte am 24. April mit einem bundesweiten Aktionstag gegen die Energiepolitik der Koalition und für eine schnelle Abkehr von Kohle, Öl und Gas.
Die Frage, ob das Klimaschutzprogramm 2026 ausreicht, um Deutschlands Klimaziele zu erreichen, ist nicht nur eine technische Debatte über Emissionspfade. Sie ist ein politischer Richtungsstreit über die Frage, ob wir den Ausbau Erneuerbarer Energien vorantreiben und uns damit unabhängiger von Öl und Gas machen, oder weiter in fossile Energien investieren. Er wird auf den Straßen, in den Gerichtssälen, den Medien und den Parlamenten zugleich ausgetragen.
"Manometer!"-Überblick
Neuigkeiten aus der Forschung
Starkes Argument
Mehr als 97 Prozent der Klimaexpertinnen und -experten sind sich einig, dass die Menschen für den Klimawandel verantwortlich sind. Diese Aussage ist eine so genannte „Konsensbotschaft“. Wie stark diese Botschaft in der Klimakommunikation wirkt, untersucht eine aktuelle Studie.
In einem Experiment teilten Wissenschaftler:innen 941 Teilnehmende in drei Gruppen. In der ersten wurde die Konsensbotschaft vermittelt, 97 Prozent der Klimawissenschaftler:innen vertreten die Meinung, es gebe einen menschengemachten Klimawandel. Für Gruppe 2 blieb die Botschaft gleich, allerdings wurde statt des Konsenses von 97 Prozent die Zahl 55 Prozent verwendet. Die dritte Gruppe war die Kontrollgruppe und erhielt keine Information vorab. Dann sahen alle drei Gruppen ein 5-minütiges Bildungsvideo von der Initiative „KLIMA° vor acht“. Die Forscher:innen fanden heraus, dass jene Gruppen mehr aus dem Bildungsvideo lernten, die die Konsensbotschaft davor gesehen hatten. Das unterstreicht, wie wirkmächtig der Hinweis auf den wissenschaftlichen Konsens ist.
Erstautor Jan Pascal Göbel erklärt die Studie leicht verständlich hier, einen Überblick zur derzeitigen Forschung gibt es hier auf klimafakten.de: https://www.klimafakten.de/kommunikation/studie-des-monats-042026-was-bringen-konsens-botschaften-0
Die Studie selbst finden Sie hier: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0272494426000149
Fundstück des Monats
Umwelt-Chatbot
Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat mit EnvironmentGPT einen Chatbot entwickelt, der das Ziel hat, Umweltwissenschaften zugänglicher und verständlicher zu machen. Die Datenbasis bilden die Veröffentlichungen des UNEP und ausgewählter Partner. Warum braucht es einen eigenen Chatbot? „Entscheidungsträger, Fachleute und die Öffentlichkeit benötigen schnellen und zuverlässigen Zugang zu fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen, doch die Kluft zwischen verfügbarem Wissen und zeitnahen Maßnahmen ist nach wie vor beträchtlich", erklärt das UN-Umweltprogramm.
EnvironmentGPT soll genaue und leicht verständliche Informationen zu zentralen Umweltthemen liefern, samt Quellenangaben. „Im Gegensatz zu Allzweck-Chatbots, die auf unkontrollierten Internetinhalten trainiert wurden, stützt sich EnvironmentGPT ausschließlich auf vertrauenswürdige, vom UNEP genehmigte Quellen, wodurch Transparenz, wissenschaftliche Integrität und ein geringeres Risiko von Fehlinformationen gewährleistet werden“, heißt es vom UN-Umweltprogramm.
Den Chatbot finden Sie hier: https://wesr.unep.org/environmentgpt/
Presseschau
Klimadebatte runtergedreht
In Österreichs Medien ist es im Vorjahr stiller ums Klima geworden. Das zeigt das neue Klimadiskurs-Monitoring, das das Kontext-Institut im April veröffentlicht hat. Der Thinktank, der sich auf die Klimapolitik spezialisiert hat, arbeitete dafür mit dem Sozialforschungsinstitut Foresight zusammen. Demnach wurde 2025 im Vergleich zum Jahr 2024 um ein Achtel (12,7 Prozent) weniger über Klimapolitik berichtet, im Vergleich zu 2023 fast um ein Viertel weniger. „Gleichzeitig blieb der Diskurs überwiegend konstruktiv”, analysiert das Kontext-Institut.
Am stärksten prägten Politiker:innen den medialen Klimadiskurs in Österreich, mehr als ein Drittel aller Aussagen zum Thema stammt von ihnen. Die Wissenschaft war mit 18 Prozent nicht nur der zweitstärkste Player, sondern auch die „wichtigste konstruktive Stimme”. Die Bedeutung der Zivilgesellschaft nahm im Diskurs ab, jene der Wirtschaft zu.
Das wichtigste Thema in der Debatte kreiste um die Energie, fast jede dritte Aussage bezog sich auf energiepolitische Fragen oder den Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energieträger und Technologien. Im Vergleich zu 2023 hat sich der Anteil von Wirtschaftspolitik und Standort im Klimadiskurs von 4 auf 13 Prozent verdreifacht. „Diskurs über Wirtschafts- und Standortpolitik in Verbindung mit Klimapolitik ist überwiegend konstruktiv und stellt die Chancen der Ökologisierung für Wohlstand und Sicherheit in den Mittelpunkt. Im verschleppenden Diskurs dominieren dagegen Ängste vor Veränderung und kurzfristige wirtschaftliche Risiken”, erklärt Studienautorin Anna Pixer. Der STANDARD berichtete hier darüber.
Die Auswertung finden Sie hier: https://www.kontext-institut.at/presse/klimadiskurs-monitoring-2026/
Druck rausnehmen
Gesprächsformat „Klimabankerl“
Mit dem Green Deal hat die EU den Europäischen Klimapakt ins Leben gerufen. Dort können sich Menschen vernetzen, die sich für ein klimafreundlichen Kontinent einsetzen. In Österreich und Ungarn haben Botschafter:innen des Klimapakts am 22. April in mehreren Städten die Aktion „Klimabankerl“ veranstaltet. Auf Parkbänken luden sie Passant:innen niederschwellig zum Gespräch über Klimaschutz.
„Man muss zuerst zuhören und herausfinden, was den Menschen wichtig ist – dort entstehen dann die Anknüpfungspunkte“, erzählt Elke Kastner, Geschäftsführerin von Klimabündnis Österreich, über ihre Gespräche in Linz. Gerade bei jüngeren Gesprächspartner:innen hätten oft Themen wie Ernährung oder Fitness einen Einstieg in eine Diskussion ermöglicht, um über Klimaschutz im Alltag zu sprechen. Laut den Veranstaltern habe man in den Gesprächen aber auch Skepsis und Resignation durchhören können. Einzelne Gesprächspartner:innen hätten daran gezweifelt, ob sich noch etwas verändern lasse, und berichteten, sie hätten sich bewusst ins Private zurückgezogen. Gleichzeitig sei aber auch deutlich geworden, dass viele Menschen über Klimaschutz nachdenken, auch wenn sie selbst nicht aktiv werden.
Mehr Informationen über das Gesprächsformat „Klimabankerl“ hier: https://www.klimaaktiv.at/klimabildung/klimakommunikation/wie-erreiche-ich-junge-menschen/aktiv-fuers-klima/klimabankerl-challenges
Vernetzung für Klimaaktive
Klimawoche in Zürich
Bis 9. Mai findet erstmals die „Climate Week Zurich“ (CWZ) statt, die Unternehmer:innen, Politiker:innen, Forscher:innen und Kreative zusammenbringt, um gemeinsam über Lösungen im Klimaschutz zu sprechen. Angelehnt ist die Veranstaltung an die „New York Climate Week“ und beschreibt sich selbst als „Europas führende, von der Wirtschaft getragene Klimaplattform“. Sie soll dabei helfen, Europas Rolle im globalen Nachhaltigkeitswandel zu stärken. In der Klimawoche finden in Zürich über 250 Veranstaltungen statt. Die gemeinsame Stoßrichtung: den Klimaschutz im Alltag und in der Wirtschaft voranzutreiben.
Alle Informationen zur Climate Week Zurich gibt’s hier: https://www.climateweekzurich.org/
Klimajournalismus lernen
Berufsbegleitender Lehrgang in Graz
Zum dritten Mal bietet die FH Joanneum in Graz den berufsbegleitenden Lehrgang „Nachhaltigkeitskommunikation und Klimajournalismus“ an, der über zwei Semester läuft. „Es handelt sich um den einzigen akademischen Lehrgang zu Nachhaltigkeitskommunikation im deutschsprachigen Raum. Der Lehrgang richtet sich an Journalist:innen ebenso wie an Kommunikator:innen und Interessierte aus Politik und Verwaltung, Wissenschaft und Bildung, Kultur, Zivilgesellschaft, NGOs sowie Wirtschaft“, heißt es in der Beschreibung der FH Joanneum. Der Lehrgang beginnt am 21. September und dauert bis 3. Juli 2027. Bewerben kann man sich bis Ende Juni.
Alle Informationen zum Lehrgang gibt’s hier: https://www.fh-joanneum.at/nka
Good-Practice-Klimakommunikation
Milliarden-Briefing
Die beiden Klimajournalistinnen Annika Joeres (Correctiv und Die Zeit) und Susanne Götze (Spiegel) sind ein eingespieltes Team. Im Jahr 2020 haben sie mit „Die Klimaschmutzlobby“ ihr erstes gemeinsames Buch veröffentlicht, seither sind vier weitere gefolgt – unter anderem „Die Milliarden-Lobby“ und „Die Sicherheitslüge“.
„Wir gehen seit Jahren der Frage nach, warum Länder wie Deutschland, die kaum eigene Öl- und Gasfelder besitzen, noch immer an Verbrenner-Autos, Gasheizungen und konventionellen Lebensmitteln hängen“, schreiben Joeres und Götze über ihre Arbeit. Im April haben die beiden Journalistinnen einen eigenen Newsletter namens „Milliarden-Briefing“ aufgesetzt, der jeden zweiten Sonntag erscheint und in dem das Publikum etwas „über die Drahtzieher der fossilen Industrie, Lobbyismus und Klimaschutzbremser” erfährt. In der ersten Ausgabe ging es um Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und die Gaslobby, die die Krise nutzt, um den Klimaschutz zu torpedieren.
Abonnieren kann man den Newsletter hier: https://steady.page/de/milliarden-briefing/posts
Die besten Klimarecherchen 2026
Jetzt Beiträge einreichen
Das Netzwerk Klimajournalismus vergibt zum dritten Mal den „Deutschen Preis für Klimajournalismus“. Ausgezeichnet werden Journalist:innen, die im Ausschreibungszeitraum herausragende Beiträge zum deutschen Klimajournalismus geleistet haben – egal ob in Print, Online, Video oder Audio. Der mit 6.500 Euro dotierte Preis wird in drei Kategorien vergeben: Hauptpreis, Lokal und Ehrenpreis. Die Preisvereihung findet am 24. September auf dem Extremwetterkongress in Hamburg statt. Es können auch Leser:innen Vorschläge einreichen!
Bewerbungsschluss ist der 15. Mai 2026. Weitere Informationen unter klimajournalismuspreis.de
Dieser Text ist Teil unseres Projekts #DebattenKLIMA. Es will – möglichst praxisnah – der Frage nachgehen, wie gesellschaftliche und politische Debatten über Klimaschutz und Klimaanpassung so geführt werden können, dass sie möglichst viel dazu beitragen, die Emissionen auf Null herunterzubringen. Eine der besonders spannenden Fragen hierbei ist, wie dies auch dann gelingen kann, wenn sich wichtige gesellschaftliche Akteure (seien es politische Parteien, seien es reichweitenstarke Medien, seien es einzelne Interessengruppen) einem solchen Diskurs entziehen oder verweigern oder ihn gar aktiv torpedieren – aus welchen Motiven auch immer.
Im Rahmen des Projekts erscheint unter anderem die monatliche Rubrik Manometer! – hier beobachten und analysieren wir die klimapolitischen Debatten im deutschsprachigen Raum und gehen der Frage nach, wie man Druck aus der klimapolitischen Debatte nehmen kann, um Lösungen zu erleichtern. Eine weitere Rubrik ist die „Studie des Monats“, in der wir monatlich besonders wegweisende Ergebnisse der Sozialforschung zur Klimakommunikation vor – und beschreiben, was sich daraus ganz praktisch ableiten lässt für die tagtägliche Kommunikationsarbeit rund ums Klima. Hierbei arbeiten wir zusammen mit einem Forschungsteam um Michael Brüggemann, Professor für Kommunikationswissenschaft, Klima- und Wissenschaftskommunikation an der Universität Hamburg und langjähriger wissenschaftlicher Berater von Klimafakten.
Gefördert wird das Projekt #DebattenKLIMA von der Marga und Kurt-Möllgaard-Stiftung sowie der Naturstromstiftung.
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