Bürgerräte zum Klimawandel: Weniger Polarisierung durch mehr Partizipation?

In Irland, Frankreich und Großbritannien gab es sie bereits: Bürgerversammlungen, um Klimaschutzvorschläge zu erarbeiten. Auch anderswo sind sie geplant. Befürworter sind überzeugt, dass dieses Instrument die Demokratie stützt und hilft, Konflikte gemeinwohlorientiert zu lösen. Können solche Versammlungen dazu führen, dass konstruktiver über Klimaschutz verhandelt wird?

Eine gute Nachricht aus der Forschung: Klimaschutz wirkt viel schneller, als viele Menschen denken

Emissionen zu mindern, habe nur sehr verzögerte Effekte, weil das Klimasystem zu träge ist – dies ist ein weitverbreitetes Missverständnis. Neuere Forschung macht Mut: Würde die Menschheit den Ausstoß an Treibhausgasen stoppen, wäre das schon nach drei bis fünf Jahren an den Temperaturen der Erde zu merken. Ein Gastbeitrag von Mark Hertsgaard, Saleemul Huq und Michael E. Mann

"Argumente der Verzögerung können psychisch sehr entlastend sein"

Wissenschaftlich ist klar: Der Treibhausgasausstoß muss schnellstmöglich auf Null sinken. Doch Klimaschutz kommt nur langsam voran, der UN-Gipfel in Glasgow brachte nur teilweise Fortschritte, und die laufenden Klima-Koalitionsverhandlungen in Berlin schleppen sich. Warum funktionieren Argumente, mit denen Klimaschutz so oft verzögert wird? Und wie kann man kontern? Ein Interview mit den Sprecherinnen von „Psychologists for Future“

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Studie: Viele Menschen verstehen die CO2-Bepreisung nicht – aber dies lässt sich ändern

Steigende CO2-Preise verbinden viele Menschen erst einmal mit Nutzungseinschränkungen. Doch diese reichen nicht aus, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Entscheidend sind nämlich Investitionen. Eine aktuelle Studie ging deshalb der Frage nach, woran es hakt beim Verstehen des CO2-Preises und beim Ziehen der richtigen Schlüsse

Ist es noch möglich, unter 1,5 Grad zu bleiben? Im Prinzip ja, aber der gesellschaftliche Druck reicht nicht

Ein Hamburger Forschungsteam kommt nach einer aufwändigen Analyse zu dem Schluss: Es ist zurzeit „nicht realistisch zu erwarten“, dass die Erderhitzung unter 1,5 Grad bleibt. Das Problem sind aber nicht Technik und Innovation – sondern die Gesellschaft erzeugt nicht genug Druck. Viele Treiber weisen zwar in die richtige Richtung, zum Beispiel die Erfolge bei Klimaklagen. Doch der Schwung reicht noch nicht

Die große Begriffsverwirrung bei Klimazielen: klimaneutral, CO2-neutral, völlig egal?

Staaten, Unternehmen, Kommunen – plötzlich reden alle davon, fürs Klimas irgendwie „neutral“ zu werden. Doch was sich wirklich hinter den verwendeten Begriffen verbirgt, ist oft unklar. Manchmal werden sie unachtsam benutzt und unbewusst vermischt, manchmal aber wird Unschärfe auch geschickt ausgenutzt. Wir versuchen, Schneisen in den Wortdschungel zu schlagen

Nicht ich. Nicht jetzt. Nicht so. Zu spät: Mit welchen Argumentationsmustern Klimaschutz gebremst wird

Das größte Problem in der Klimakommunikation sind nicht (mehr) Personen, die den Klimawandel leugnen. Stattdessen sind, so eine aktuelle Studie, zunehmend andere Strategien en vogue: Solche, mit denen sich auf eine Verzögerung wirksamer Klimaschutzmaßnahmen hinarbeiten lässt

Klimafortbildung für Politiker: "Eine Liebeserklärung an die parlamentarische Demokratie"

Die 31-jährige Hamburgerin Leonie Engelfried engagierte sich während des dortigen Bürgerschaftswahlkampfes Anfang 2020 fürs Klima. Dabei stellte sie fest: Viele Politikerinnen und Politiker kennen nicht einmal die Basisfakten in Sachen Erderhitzung. Mit einer Petition will sie deshalb erreichen, dass alle Parlamentarier einen Fortbildungskurs zum Thema machen müssen - und hat mit der Idee bereits Nachahmer in anderen Bundesländern gefunden

Neue Protestform von Klima-Aktivisten: Extinction Rebellion probt den "Aufstand gegen das Aussterben"

Straßenblockaden und Sabotage des Flugverkehrs: Nach den Schülerprotesten von #FridaysForFuture erregen Aktivisten der sogenannten "Extinction Rebellion" zunehmend Aufsehen. Mit Protestformen des traditionsreichen "Zivilen Ungehorsams" wollen sie Druck für Klimaschutz machen - und gehen bewusst das Risiko ein, auch strafrechtlich belangt zu werden

"Den Kampf gegen den Klimawandel mit den Menschen führen – nicht gegen sie"

Politische Grundwerte anzusprechen ist essenziell, wenn man mit Kommunikation zum Klimawandel gehört werden will - das zeigen sozialwissenschaftliche Studien immer wieder. Denn die Wahrnehmung eines Problems wie auch möglicher Lösungen hängt stark von individuellen Grundhaltungen und dem Wertekanon jedes Einzelnen ab. Wir haben deshalb Politiker verschiedener Parteien gebeten, ihr Wertegerüst zu erklären. Teil 10 unserer Serie: Johannes Schmuckenschlager, ÖVP-Abgeordneter im österreichischen Nationalrat

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