Video zu neuesten Forschungsergebnissen: Wie verändert der Klimawandel Europa?

Selbst im optimistischsten Falle, wenn die menschengemachten Emissionen von Treibhausgasen schnell und drastisch sinken, wird die Erderhitzung noch einige Jahrzehnte kaum gebremst weitergehen. Wie der Kontinent 2050 aussehen wird, kann mit der neuesten Generation von Klimamodellen inzwischen sehr verlässlich abgeschätzt werden. 16 Forschungsinstitutionen aus zehn europäischen Ländern haben dies in den vergangenen vier Jahren im Rahmen des European Climate Prediction Project (EUCP) getan - aus dem deutschsprachigen Raum waren das Climate Service Center Germany (Gerics) des Helmholtz-Zentrums Hereon, das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz sowie das Internationale Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) aus Laxenburg bei Wien beteiligt.

Die Ergebnisse des Projekts flossen unter anderem in den Sechsten Sachstandsbericht des IPCC (AR6) ein, dessen zweiter Band am heutigen Montag veröffentlicht wird - und wurden in einem sechsminütigen Video anschaulich aufbereitet, dessen deutsche Fassung nun auf dem YouTube-Kanal von klimafakten.de zu sehen ist. Das Video macht klar, wie tiefgreifend sich Europa schon in den kommenden 30 Jahren verändern wird - und dass sich Infrastrukturen, Wirtschaftssysteme und Lebensweisen vor großen Anpassungen stehen.

Für die EUCP-Forschungen wurde die größte Zahl regionaler Klimamodell-Simulationen ausgewertet, die jemals für eine bestimmte Region der Welt errechnet wurden. Zudem wurden Modelle mit einer sehr hohen Auflösung von nur drei Kilometern verwendet - ein Präzisionsniveau, das nach Angaben der Forschenden nie zuvor in einem Ensemble von Klimasimulationen erreicht wurde.

"Dank der hochauflösenden Projektionen ist es möglich, lokale Phänomene wie Windströmungen und Strömungen in Tälern darzustellen, die beispielsweise für die Untersuchung extremer Niederschläge in Regionen wie den italienischen Alpen von großer Bedeutung sind", erklärt Erika Coppola vom Internationalen Zentrum für Theoretische Physik (ICTP) im norditalienischen Triest. "Diese Klimasimulationen können uns einen Einblick in alle Aspekte des zukünftigen Klimas geben, aber wir waren besonders an extremen Niederschlägen interessiert, die in Europa schnell an Intensität zunehmen. Wir hoffen, dass die Ergebnisse des Projekts und dieses Video dazu beitragen werden, das Bewusstsein für die Auswirkungen des Klimawandels in Europa und auf der ganzen Welt zu schärfen".

red

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