"Ein Marsch für die Wissenschaft und für Fakten - nicht gegen Trump"

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Am kommenden Wochenende wollen weltweit Wissenschaftler auf die Straße gehen - für mehr als 500 Orte gibt es bislang Aufrufe zum "March for Science". In Deutschland sind 14 Städte von Greifswald bis Freiburg dabei, in Österreich und der Schweiz jeweils eine. Mit den Demonstrationen soll hingewiesen werden auf "die vitale Rolle, die Wissenschaft für unsere Sicherheit und Gesundheit, für unsere Ökomomien und Regierungen spielt", so die Formulierung auf der zentralen Website der Veranstalter.

Auslöser für die Initiative war die unverhüllt wissenschaftsfeindliche Politik des neugewählten US-Präsidenten Donald Trump. Doch in vielen Ländern geht es auch um nationale Probleme, wie eine kleine Umfrage des Forschungsmagazins Science vor Augen führt. Die Redaktion hat Stimmen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus 17 Ländern versammelt - von Australien bis Uganda. Die Polin Justyna Wojniak zum Beispiel sieht durch die rechtsnationale Regierung auch in ihrem Land die Wissenschaftsfreiheit gefährdet. Etliche Regeln für die polnischen Universitäten seien ohne große Anhörungen geändert worden, sagt sie, und "in den Sozial- und Geisteswissenschaften spüren die Forscher jetzt Druck und Zensur zugunsten konservativer und religiöser Ideologie".

Aus Deutschland ist Martin Stratmann vertreten, der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. "Dies ist ein Marsch für die Wissenschaft und für Fakten - nicht gegen Trump", betont er. Wissenschaft sei heute "wichtiger als je zuvor, aber Beweise und Wissen werden in vielen Bereichen infragegestellt, nicht zuletzt in der Politik". Auch Stratmann blickt über die USA hinaus und verweist etwa auf die Bedrohung der Forschungsfreiheit in Ungarn. "Außerdem hat die Max-Planck-Gesellschaft Mitarbeiter aus allen Teilen der Welt, etwa aus dem Iran, China und der Türkei. Viele dieser Forscher wissen, wie die Wissenschaft in ihren Heimatländern beschränkt ist - und dass dies oft verbunden ist mit Einschränkungen der Freiheit generell. Sie werden [beim March for Science] klar sagen, dass Wissenschaft überall frei sein sollte - und dass Menschen überall frei sein sollten."

tst

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