Gegen „Klimazynismus“ helfen Erfolgsstories und lokale Berichte

Wie Medien über Klimawandel und Klimapolitik berichten, hat starken Einfluss auf die Handlungsbereitschaft des Publikums. Zu diesem Ergebnis kommt das Canadian Center for Policy Alternatives (CCPA) in einem kürzlich veröffentlichten Arbeitspapier. Demnach dominieren in überregionalen Zeitungen (untersucht wurden nordamerikanische Medien) Berichte über Misserfolge, etwa auf Klimakonferenzen oder beim Erlass von Klimaschutzvorschriften – und diese führten bei der Leserschaft zu Fatalismus, Apathie und „Klimazynismus“.

Grundlage der Untersuchung waren Fokusgruppen-Interviews. Zur Teilnahme ausgewählt wurde aber kein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung, sondern ein Personenkreis, der bereits viel über den Klimawandel wusste und ihn als wichtiges Problem erachtete. Diese Teilnehmer, könnte man meinen, seien besonders bereit zu politischem Engagement – doch selbst bei ihnen dominierte die Ansicht, es sei zwecklos, aktiv zu werden.

Als den Teilnehmern andere als die üblichen Medienberichte präsentiert wurden, habe sich die Stimmung deutlich verändert, so das CCPA. Positiv hätten sich beispielsweise Geschichten über „unternehmerische Aktivisten und Alltagshelden“ ausgewirkt oder Artikel über erfolgreiche klimapolitische Maßnahmen. Auch Berichte, die Ursachen und Folgen des Klimawandels anhand lokaler Beispiele beschrieben, hätten für Optimismus gesorgt und die Bereitschaft zu eigenem Engagement verstärkt. Solche Berichte sollten daher mehr Raum bekommen, appelliert das CCPA an Journalisten und Medien. (Was natürlich nicht heißt, dass über reale Misserfolge nicht auch berichtet wird.)

„Beschreiben ist wirksamer als Vorschreiben“

Aber auch die Kommunikation von Aktivisten und NGOs sei bisweilen kontraproduktiv. Bei den üblichen Aufrufen, selbst aktiv zu werden, bestehe „das Risiko, Schuldgefühle und Frustration zu vergrößern“. Hier lautet der klare Hinweis des CCPA: „Beschreiben ist wirksamer als Vorschreiben.“ Statt immer weitere Appelle zu veröffentlichen, solle man besser schildern, wie andere Menschen sich bereits klimapolitisch engagieren, warum sie dies tun und welche Erfahrungen sie dabei machen.

„Es gibt ein starkes Verlangen nach einer anderen Art von Klimanachrichten“, resümiert Shane Gunster, eine der Autor/innen des Arbeitspapiers , in einem Interview mit der medienkritischen Organisation MediaMatters. Und zwar nach „inspirierenden und fesselnden Geschichten über Menschen wie Du und ich, die in der Klimapolitik aktiv werden oder es bereits sind“.

tst

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