"Desinformation" heißt auf Portugiesisch "Desinformação". "Pseudo-Experten" nennt man in der Sprache "Especialistas Falsos", und "Logik-Fehler" sind "Falácias Lógicas". Warum uns diese Vokabeln beschäftigen? Sie beschreiben typische Methoden von Desinformations-Kampagnen und Wissenschaftsleugnung. Und wir wollen darüber in vielen Sprachen aufklären.

Sie erinnern sich vielleicht: Vor knapp zwei Jahren haben wir ein großformatiges Infoposter mit dem Titel "Grundkurs Desinformation" veröffentlicht, gemeinsam erarbeitet mit unseren langjährigen Partnern von SkepticalScience.com und der Hamburger Illustratorin Marie-Pascale Gafinen. Aus den Initialen der wichtigsten Desinformationsstrategien ergab sich das Akronym P-L-U-R-V (auf Englisch lautet es übrigens F-L-I-C-C). Nun liegt das Poster auch im (brasilianischen) Portugiesisch vor, und mit E-F-E-S-T haben wir – zugegeben, nach einigem Tüfteln – auch für diese Sprache ein griffiges Akronym gefunden.

Die auf dem Poster dargestellten Methoden werden in Desinformations-Kampagnen zu vielen Themen benutzt – egal ob jemand Erkenntnisse der Klimawissenschaften verdreht, Informationen rund um die Covid-19-Pandemie manipuliert oder wie die russische Staatspropaganda angebliche Rechtfertigungen für einen Angriffskrieg zu konstruieren versucht. Und auch sprachlich sind die Desinformations-Tricks - leider – universell. Deshalb brauchten wir auf der neuen Posterversion auch kaum etwas zu verändern.

Nur für einen Begriff fanden wir keine passende Entsprechung im Portugiesischen: fürs "Cherry Picking", also das vorsätzlich lückenhafte Auswählen nur solcher Informationen, mit denen sich die eigene These stützen lässt. Im Deutschen nennt man das "Rosinenpicken", im Holländischen gibt es das schöne Sprachbild "Krenten uit de pap halen" ("Johannisbeeren aus dem Brei holen"). Doch auf Portugiesisch fanden wir keine entsprechende Redewendung – falls Sie eine kennen, schreiben Sie uns gern eine Mail. Auf dem neuen Poster ist deshalb das "Rosinenpicken" bzw. "Cherrypicking" simpel übersetzt als "nur das hören, was man will". Unsere Grafikerin Marie-Pascale Gafinen zeichnete dann natürlich auch ein neues Bild dazu.

Kooperation mit Partnern in Rio de Janeiro

Mit uns gegrübelt haben übrigens etliche Kolleginnen und Kollegen: Die portugiesische Version des Posters entstand gemeinsam mit dem Team von Lupa, dem größten Faktencheck-Projekt Brasiliens, das seine Beiträge in Sozialen Netzwerken wie Twitter ebenso publiziert wie in der renommierten Tageszeitung Folha de S.Paulo. Unterstützt hat uns bei der Produktion dieser Poster wiederum Bärbel Winkler vom SkepticalScience.com-Übersetzungsteam, ein besonderer Dank geht an Laís Clemente, Marcela Duarte und Chico Marés.

Zusammen mit einer niederländischen Version, die Ende 2020 erschien, gibt es unser Infoposter nun bereits in vier Sprachen – und eine spanische Ausgabe ist bereits so gut wie fertig. Die Übersichtsseite mit allen Ausgaben finden Sie hier.

Und wenn Sie sich wünschen, dass es weitere Versionen der Infografik in weiteren Sprachen gibt – und falls Sie oder Ihre Organisation dies finanziell unterstützen möchten, dann melden Sie sich gern bei uns.

red