P-L-U-R-V: Dies sind die häufigsten Desinformations-Tricks von Wissenschafts-Leugnern

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Seit mehr als zehn Jahren beschäftigt sich der Australier John Cook mit Falschinformationen zum Klimawandel. Er hat im Jahr 2007 die Wissenschaftsplattform SkepticalScience.com gegründet, die populäre Leugner-Mythen widerlegt und mit der wir seit unserer Gründung zusammenarbeiten. 2013 war er Leitautor der inzwischen berühmten "97-Prozent-Studie", die den Expertenkonsens zum menschengemachten Klimawandel untersuchte. 2016 promovierte Cook in Kognitionspsychologie. Derzeit forscht er als Assistenzprofessor am renommierten Center for Climate Change Communication (4C) der George-Mason-Universität vor den Toren Washingtons. Außerdem ist er Schöpfer der Comic-Figur "Cranky Uncle", einem mürrischen Wissenschaftsleugner, und entwickelt derzeit ein gleichnamiges Smartphone-Spiel.

Von all seinen einschlägigen Arbeiten aber, sagte Cook einmal, hatte die größte Resonanz eine schlichte Kette von fünf Buchstaben: F-L-I-C-C. Mit diesem Kunstwort fasste Cook erstmals 2013 die fünf häufigsten Methoden von Klimawandel-Leugnern zusammen. Im Englischen stehen die Buchstaben für Fake Experts, Logical Fallacies, Impossible Expectations, Cherry Picking und Conspiracy Myths. (Eine detaillierte Historie des Akronyms finden Sie hier.)

Eine "Impfung" gegen Desinformations-Kampagnen

Diese selben fünf Tricks und Kniffe sind es, die immer wieder bei Desinformationskampagnen angewandt werden - und zwar nicht nur beim Klimawandel, sondern bei vielen anderen Themen mit Wissenschaftsbezug. Innerhalb der fünf Kategorien lassen sich dann noch weitere Untertypen der Tricks finden, mehr als zwanzig hat Cook inzwischen beschrieben. Hat man die Grundstrategien einmal durchschaut, sagt Cook ebenso wie andere Kommunikationspsychologen, dann ist man viel weniger anfällig für weitere Versuche von Desinformation - sondern sozusagen grundimmunisiert, also geimpft.

Gemeinsam mit dem Team von SkepticalScience.com haben wir die griffige Typologie nun ins Deutsche übertragen. Aus F-L-I-C-C wurde dabei P-L-U-R-V: Pseudo-Experten, Logik-Fehler, Unerfüllbare Erwartungen, Rosinenpickerei sowie Verschwörungsmythen. Die Hamburger Illustratorin Marie-Pascale Gafinen hat zu den fünf Hauptmethoden und 15 weiteren Unterkategorien anschauliche Bilder gefunden - und dann alles zu einem großen Info-Poster zusammengefasst:

Hier gibt es die Infografik zum Herunterladen: im pdf-Format (ca. 1MB), im jpg-Format (ca. 1MB) sowie im png-Format (ca. 4MB). Außerdem kann sie als farbiges Poster im Format A2 kostenlos bei der Redaktion bestellt werden. Wie alle unsere Inhalte darf die Grafik gern - bei Quellenangabe - weiterverbreitet und -verwendet werden (CC BY-ND 4.0).

Eine englische Version der Grafik gibt es hier.

Und wer sich noch detaillierter über die PLURV-Methoden informieren will, der sollte hier klicken. Auf dieser Hintergrundseite hat das Team von SkepticalScience.com alle Tricks (und sogar einige mehr, als wir auf dem Poster untergebracht haben) alphabetisch geordnet, im Detail erklärt - und jedes von ihnen mit einem Beispiel aus der Praxis illustriert.

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