Klarheit statt Kakophonie: Zwei Wettermoderatoren vermitteln Klimawissen

Um es gleich vorweg zu sagen: Trotz Titelgleichheit hat dieses Buch nichts mit unserer Website zu tun. Aber, und das ist dann weniger überraschend, sein Anspruch ist ein ähnlicher: Auch das Buch "Klimafakten" will in allgemeinverständlicher Sprache einen verlässlichen Überblick über den Stand des Wissens rund um den Klimawandel geben.

Als Autoren haben sich zwei Meteorologen zusammengefunden, die einem bereiteren Publikum aus Funk und Fernsehen bekannt sind: der ARD-Wettermoderator Sven Plöger, der bereits 2009 mit "Gute Aussichten für morgen" ein Klimabuch vorgelegt hat, sowie Frank Böttcher, Wetterexperte des Norddeutschen Rundfunks und Gründer des inzwischen seit fast zehn Jahren stattfindenden Extremwetter-Kongresses in Hamburg.

Auf knapp 200 Taschenbuchseiten kann das Buch natürlich keine vollständige Abhandlung über alle Aspekte der Klimawissenschaften bieten, aber darum geht es Böttcher und Plöger auch nicht. In mehr als zwei Dutzend, relativ kurzen Kapiteln decken die Autoren ein breites Spektrum an Einzelthemen ab: So wird beispielsweise der grundlegende Unterschied zwischen Wetter und Klima erklärt (und damit auch, warum ein kalter Winter kein Widerspruch ist zum Klimawandel). Es wird anschaulich dargestellt, wie die neuesten Klimamodelle funktionieren und wie zuverlässig sie sind. Es wird erläutert, wie der Klimawandel das Artensterben beschleunigt. Und, und, und. Daneben finden sich in dem Buch aber auch Kapitel zu eher politischen Themen, etwa zu Energiewende und Emissionshandel. Und es wird bündig erklärt, dass die sogenannten "Klimaskeptiker" sich stärker von ihrem Eigeninteresse leiten lassen statt von wissenschaftlichen Fakten.

"Interessantes anreißen, Geschichten erzählen, Unerwartbares ausgraben"

Die erste Auflage des Buches erschien bereits 2013, Ende 2015 ist es als überarbeitete und erweiterte Ausgabe neu aufgelegt worden. Schade ist, dass sich das Buch trotzdem an einigen Stellen noch auf den Vierten Sachstandsbericht des IPCC von 2007 stützt. Und auch die Quellenangaben hätten ausführlicher sein können. Aber, sagen Böttcher und Plöger deutlich, sie haben kein "allumfassendes Klimabuch" und keine wissenschaftliche Abhandlung schreiben wollen.

"Vielmehr möchten wir aus den unterschiedlichen Bereichen ... Interessantes anreißen, Geschichten erzählen und hier und da Ungewöhnliches oder Unerwartbares ausgraben", heißt es im Vorwort. Das Buch will Wegweiser sein durch die "Kakophonie der Experten- und Semiexpertenmeinungen", die das Publikum allzuoft verwirrt und sich desinteressiert abwendend zurücklässt. "Wir möchten Lust machen auf eine weitergehende Beschäftigung mit den Dingen, die sich in unserer Atmosphäre abspielen." Und diesen Anspruch lösen die beiden Autoren zweifellos ein.

Sven Plöger/Frank Böttcher: Klimafakten. Westend Verlag 2015. 183 Seiten. 14 Euro

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