Online-Veranstaltung zum Stand der Forschung:
"Welche Rolle kann Geothermie beim Klimaschutz spielen?"
Geothermie nutzt Wärme aus verschiedenen Tiefen im Erdboden, um klimafreundliche Heizenergie zu erzeugen (und in geringerem Umfang auch Strom). In einigen Ländern ist Geothermie bereits heute relevant; in Deutschland könnte sie laut Schätzungen rund ein Viertel der benötigten Wärmemenge liefern – und damit eine wichtige Säule für die Dekarbonisierung des Gebäudesektors sein, der beim Klimaschutz weit hinterherhinkt. Doch bislang führt die Geothermie hierzulande ein Nischendasein – und auch in öffentlichen Debatten rund um Klimaschutz oder die Energiewende ist sie kaum präsent.
In dieser Veranstaltung stellen wir den Stand der Forschung zur Geothermie vor, es geht um Fragen wie:
• Welche verschiedenen Technologien der Geothermie gibt es, und wie sind ihre jeweiligen Potenziale? Und wo werden sie bereits genutzt?
• Was sind Vor- und Nachteile der (tiefen) Geothermie, und welche Risiken gibt es?
• Wie könnte bzw. müsste eine Förderung durch die Politik aussehen, um das Klimaschutzpotenzial der Geothermie zu nutzen?
Unter dem Titel „Was nützt?“ veröffentlicht das Wissenschaftsportal Klimafakten seit knapp zwei Jahren gezielt Faktenchecks dazu, was wirksame und machbare Optionen beim Klimaschutz sind (und was vielleicht lediglich Scheinlösungen). Eine neue Veranstaltungsreihe macht dieses Wissen nun noch einfacher zugänglich: In rund 75-minütigen Online-Events stellt Klimafakten-Redaktionsleiter Toralf Staud die wichtigsten Erkenntnisse zu jeweils einer Klimaschutzoption kompakt dar, erörtert mit einem kundigen Gast aus der Wissenschaft den Stand der Forschung und lädt das Publikum zu Fragen ein.
Mittwoch, 17. Juni 2026 17h bis 18:15h
Welche Rolle kann Geothermie beim Klimaschutz spielen?
Gast: Prof. Dr. Magdalena Scheck-Wenderoth
GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung, Potsdam
Link zur Anmeldung am Ende dieser Seite
Die Teilnahme ist kostenlos. Kooperationspartner bei der Veranstaltungsreihe „Was nützt?“ ist die Dialogplattform „Helmholtz Klima“. Hier finden Sie den Wissenschaftspodcast von Helmholtz Klima.
Hier finden Sie das ausführliche Klimafakten-F&A zum Thema Geothermie.
Kurzbiographien
Prof. Dr. Magdalena Scheck-Wenderoth ist Direktorin des Departments Geosysteme und Sektionsleiterin für Untergrund-Prozessmodellierung am GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung in Potsdam. Mit ihrem Team arbeitet sie an der Erforschung des geologischen Untergrundes insbesondere in Sedimentbecken und an der Modellierung der darin ablaufenden Prozesse. Im Zentrum steht dabei die Verteilung der verschiedenen Gesteine und der darin stattfindende Wärme- und Fluidtransport – die Forschung ist eine wichtige Grundlage auch für die Nutzung von Geothermie. Nach der Promotion in Geowissenschaften an der FU Berlin und am GFZ war Scheck-Wenderoth als Postdoc und als Wissenschaftlerin am GFZ und an der Universität Kopenhagen tätig. Seit 2008 ist sie Sektionsleiterin am GFZ, seit 2014 Departmentsdirektorin. 2013 wurde sie Professorin für Sedimentbeckenanalyse an der RWTH Aachen, 2024 wechselte sie an die TU Berlin auf die Professur für Sedimentbecken und Georessourcen.
Toralf Staud lebt als Journalist und Buchautor in Berlin. Seit 2011 hat er das gemeinnützige Wissenschaftsportal Klimafakten mitaufgebaut und leitet dort den Bereich Redaktion & Content. Daneben war und ist er u.a. für Die Zeit sowie weitere Print-, Online- und Hörfunk-Redaktionen tätig und schreibt Bücher, zuletzt Am Kipppunkt. Wo das Klima zu kollabieren droht - und wie wir uns noch retten können (Kiepenheuer&Witsch, mit Benjamin von Brackel). Sein vorheriges Buch Deutschland 2050. Wie der Klimawandel unser Leben verändern wird (Kiepenheuer&Witsch, mit Nick Reimer), stand mehrere Monate lang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Im Jahr 2012 wurde er mit dem Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus ausgezeichnet, als Teil eines Teams der Zeit erhielt er 2016 den Deutschen Reporterpreis in der Kategorie Datenjournalismus.