Ein Vergleich der globalen Mitteltemperaturen und der Sonnenaktivität der letzten 1150 Jahre zeigt große Übereinstimmung (Usoskin 2005). Seit etwa 1975 verlaufen globale Mitteltemperaturen und Sonnenaktivität nicht mehr parallel. Usoskin et. al. kamen in ihrer Studie zu dem Schluss, dass „während der letzten 30 Jahre weder die gesamte solare Einstrahlung, noch die UV-Einstrahlung, noch der Fluss kosmischer Strahlung einen signifikanten Langzeittrend zeigten, weshalb die jüngste Erwärmung einen anderen Grund haben muss".
Verschiedene, voneinander unabhängige Messungen der solaren Aktivität zeigen sogar einen leichten Abkühlungstrend seit 1960 – just jenem Zeitraum, in dem die globale Temperatur am stärksten angestiegen ist. In den letzten 30 bis 40 Jahren haben sich also Temperatur und Sonnenaktivität in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Eine Analyse dieser Trends lässt sogar die Schlussfolgerung zu, dass die Sonne einen leicht kühlenden Einfluss auf das Klima der letzten Jahrzehnte hatte (Lockwood 2008). Nach Ansicht vieler Forscher wird die Sonnenaktivität in den nächsten Jahrzehnten weiter zurückgehen (Lean 2010) - doch klar ist, dass eine sogenannte "kalten Sonne" nur einen winzigen Dämpfungseffekt auf die menschengemachte Erderwärmung hätte.

Abbildung 1: Jährliche globale Mitteltemperatur und Zahl der Sonnenflecken (jeweils als laufendes 11-Jahres-Mittel); Quellen: Temperatur lt. Nasa GISS, Sonnenflecken lt. Nasa MFSC
Zahlreiche Untersuchungen stützen die Schlussfolgerung, dass die Sonne im frühen 20. Jahrhundert zur Erderwärmung beitrug, ihre Wirkung in den vergangenen Dekaden aber gering war und die nachlassende Sonnenaktivität sogar einen abkühlenden Effekt hatte:
Erlykin 2009: "Wir schließen, dass der Beitrag der Sonnenaktivität zum gegenwärtigen Anstieg der mittleren Oberflächentemperatur der Erde maximal 14 Prozent beträgt."
Benestad 2009: "Unsere Analyse zeigt, dass der Beitrag der Sonne [solar forcing] an der Erderwärmung höchstwahrscheinlich sieben Prozent (plus/minus ein Prozent) für das 20. Jahrhundert beträgt – und für den Zeitraum ab 1980 vernachlässigbar ist."
Lean 2008: "Gemäß dieser Analyse ist der Beitrag der Sonne [solar forcing] zum langfristigen Erwärmungstrend der Erde für die vergangenen 25 Jahre vernachlässigbar – und für die vergangenen hundert Jahre liegt er bei zehn Prozent."
Ammann 2007: "Obwohl solare und vulkanische Effekt anscheinend den größten Teil der langsamen Klimaveränderungen während der vergangenen tausend Jahre bestimmten, dominieren für die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts die Auswirkungen von Klimagasen."
Lockwood 2007: "Das seit 1985 beobachtete schnelle Ansteigen der Erdmitteltemperatur kann nicht solaren Schwankungen zugeschrieben werden, egal auf welchen Mechanismus man sich beruft oder wie sehr die Schwankungsbreite verstärkt wird."
Foukal 2006: "Die Schwankungen, die seit 1978 von Raumschiffen aus erfasst wurden, sind zu klein, um merklich zur beschleunigten globalen Erwärmung der letzten 30 Jahre beigetragen zu haben... [Unsere Ergebnisse] zeigen, dass es unwahrscheinlich ist, dass ein Erstarken der Sonnenaktivität einen signifkanten Einfluss auf die globale Erwärmung seit dem 17. Jahrhundert gehabt hat."
Scafetta 2006: "Seit 1975 vollzog sich die Erderwärmung viel schneller als man vernünftigerweise allein durch Sonneneinflüsse erwarten könnte."
Usoskin 2005: "Während der letzten 30 Jahre haben weder die Strahlungsgesamtintensität, noch die solare UV-Strahlung noch der Fluss kosmischer Strahlen einen signifikanten Langzeittrend gezeigt – weshalb zumindest die jüngste Phase der Erderwärmung eine andere Ursache haben muss."
Solanki 2004: schließt nach einer Rekonstruktion der Sonnenflecken über 11.400 Jahre, dass es "unwahrscheinlich ist, dass solare Schwankungen der bestimmende Grund für die starke Erderwärmung über die letzten drei Dekaden ist".
Stott 2003 erhöhte in Klimamodellen die Anfälligkeit des Erdklimas für Sonneneinflüsse und kam trotzdem zu dem Ergebnis, dass "die meiste Erwärmung der letzten 50 Jahre wahrscheinlich durch Zunahmen bei den Treibhausgasen verursacht wurde".
Solanki 2003: "Die Sonne hat weniger als 30 Prozent zur Erderwärmung seit 1970 beigetragen."
Lean 1999: "Es ist unwahrscheinlich, dass Zusammenhänge zwischen Sonne und Klima viel von der Erderwärmung seit 1970 erklären können."
Waple 1999 fand "wenig Belege, dass Änderungen bei der Sonnenstrahlung einen großen Einfluss auf den gegenwärtigen Erwärmungstrend haben".
Fröhlich 1998: "Trends bei der Sonnenstrahlung trugen wenig bei zum 0,2-Grad-Anstieg der globalen Mitteltemperatur in der vergangenen Dekade."
John Cook/klimafakten.de, Stand: Oktober 2011